Druckschrift 
1 (1913) Luxus und Kapitalismus
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

Die Fürstenhöfe

89

der Abbö Terray hatte bekanntlich durchgesetzt, daß dieSchecks der Favoritin alsbons du Roi von dem Hofbankierjederzeit honoriert würden.

Marie Antoinette ist dann die letzte Grande Cocotte, dieüber den französischen Hof herrscht und für die weitereSteigerung der Luxusausgaben (bis in den Anfang der 1780erJahre hinein) Sorge trägt; die Ziffern, die ich oben mitteilte,legen deutlich Zeugnis dafür ab, daß man auch als legitimeKönigin sehr wohl in den Bahnen der großen Maitressenwandeln kann. Man darf auch nicht vergessen, daß MarieAntoinette in ihren glücklichsten Jahren (als Kronprinzessin)die gefährliche Konkurrenz der Du Barry und ihres Anhangszu bestehen gehabt hat.

Eine unschätzbare, wertvolle Quelle, um die Luxusentfaltung durchdas Weibchen im ausgehenden Zeitalter des Frühkapitalismus sich zumVerständnis zu bringen, sind die vollständig erhaltenen Rechnungen derM me du Barry (aus denen wieder mehr nationalökonomische Erkenntniszu schöpfen ist als aus einem Dutzend ewig gleicher Publikationen vonZunftordnungen oder Regierungserlassen!).

Hier sind einige Stellen daraus:

Die Summen, die Baujon auf die Anweisungen der Favoritin aus-zahlte, fanden folgende Verwendung:

I

Goldschmiede. 313 328 1. 4 s.

Juweliere (Jouailliers) . .

. 1808 635

n

9

ft

dgl. (Bijoutiers) . . .

. 158800

5)

n

2 280 763

l.

13

s.

II

Seidenwaren.

. 389 810

l.

15

S.

Spitzen.

n

6

ff

Modes.

. 116 818

rt

5

ff

Kurzwaren.

. 35 443

»

14

V)

758 061

i.

s. 3 d.

III

Möbel.

. 24 398

i.

18

s.

Gemälde, Vasen.

. 91519

n

19

n

115 918 1. 17 d.