Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
174
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174 Aus der Berlinischen Zeitung vom I. 1761.

ist eben so richtig, als wenn man sagen wollte, die Widerlegungendes Herrn Doctors waren nicht neu, sondern er habe größtenthcilsmit Calovii Kalbe gepflügt. Wir glauben, es sey nichts widerspre-chendes, daß einer eben das sieht, was ein andrer gesehen hat, undhier ist überhaupt nicht die Frage, ob die Eüuvürffc eines Collins neu,sondern ob sie wahr sind? Das Gegentheil von den letztem hat derHerr Dvctor Lilicnthal auf eine gelehrte Art bewiesen; und es kanngleich viel seyn, ob er seine Beweise als der erste erfunden, oder alsder zwölfte wiederholt hat. In der Streitsache über die Weissagun-gen des Alten Testaments auf Christum ist wenigstens so viel gewiß,daß man besser thut, wenn man die Anzahl derselben verringert, alswenn man sie vermehrt, weil in dem letzter» Falle diejenigen, an de-ren Gewißheit man nicht zweifeln kann, durch die Nachbarschaft mitnicht wenigen andern, deren Falschheit nur allzu klar ist, ein verdäch-tiges Ansehen bekommen. Dieser zweyte Theil kostet in den VoßischcnBuchladen hier und in Potsdam 10 Gr.

(29. Iul.) Ulm. Herrn Franz Salignae de la Motte Fe-nelon, Erzbischofs zu Tämmerich, Runst glücklich zu regieren;mit nützlichen zur klugen «Linrichtung und Verwaltung einesStaats. 1751. Auf Rosten Ioh. Friedrich Gaums. In 8t.8 ZZogen, Diesen Aufsatz hat Feuclou zum Gebrauch des damaligenvermuthlichen französischen Thronfolgers, des Herzogs von Bourgoguc,dessen Unterweisung ihm anvertrauet war, verfertigt. Er besteht aussieben und dreyßig Prüfungen, wovon jede einen Punkt abhandelt,welcher einen nothwendigen Einfluß auf das Wohl des Staats hat.In der ersten, zum Exempel, fragt er seinen Durchlauchtigen Schüler:Habt ihr anch eine hinlängliche Erkenntniß von allen Wahrheiten derchristlichen Lehre? In der zweyten: Seyd ihr noch nicmalcn auf dieGedanken gerathen, daß die heilige Schrift nicht sowohl den Königen,als den Unterthanen zur Regel und Vorschrift ihrer Handlungen diene?In der dritten: Habt ihr nicht unter euren Nathgebcrn diejenigen be-sonders vorgezogen, welche am alleibestc» sich cucrn ehrgciizigcn, citeln,hoffärtigcn, wollüstigen und schädlichen Absichten zu fügen gewußt?Ans diesem wenigen wird man leicht schlicsscn, daß diese Schrift eherheisscn sollte: Die .Kunst nntadelhaft zn regieren, als die Kunst glück-lich zu regieren. Man darf die Geschichte nur oben hin durchlauffenhaben, nm von der Wahrheit übcrzcngt zu seyn, daß die besten-