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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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Erstes Kapitel: Die Entstellung der modernen Heere

Von diesen Truppen waren, abgesehen von der Manöver-zeit, in den letzten Regierungsjahren Friedrichs etwa 143000Mann präsent, von denen noch viele (bis über 40 000) als Frei-wächter vom Dienste entbunden waren. Immerhin! Welchegewaltige Heeresmacht, wenn wir die Größe des Landes unddie Zahl seiner Einwohner in Betracht ziehen. Stellen wirdie runden Ziffern der Heeresstärke und die Einwohnerzahlfür die einzelnen Jahre gegenüber, so ergibt sich folgendesVerhältnis:

Größe der Armee

Zahl der Einwohner

1688

30000

1 Million,

1713

40000

IVa Millionen,

1740

80000

2,2

1786

200000

5,4

1740 und 1786 betrug die Friedenspräsenzstärke etwa4 °/ 0 der Bevölkerung: diesem Verhältnis entsprechend müßteheute die aktive Armee in Deutschland 2 600 000 Köpfe starksein. Die Zahlen der alten Heere würden allein ohne weiterenNachweis die Bedeutung dartun, die die Armee für die Ge-staltung des Marktes haben mußte: 4 % der Bevölkerung,die aus dem alten Rahmen der eigenwirtschaftlich-handwerks-mäßigen Bedarfsdeckung herausgetreten waren!

3. Die Stärke der stehenden Heere sämtlichereuropäischer Staaten in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-hunderts gibt der kundige Mitarbeiter bei Krünitz ( Bd. 50,S. 746), dessen die Bände 50 bis 53 füllenden Artikel überdas Kriegswesen sich sämtlich durch große Sachkenntnisauszeichnen, auf Grund offenbar bester Quellen wie folgt an:Österreich im Frieden .... 297000 Mann,

Kriege .... 363 000

Rußland , reguläre Truppen . . 224500

Preußen . 190000

Frankreich . 182000