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Zweites Kapitel: Der Unterhalt der Heere
600000 Goldgulden aus; der 6 Monate währende Krieg gegenden Grafen von Virtü kostete ihm 3Va Mill. fl.; 1377—1406wurden für Kriegszwecke verausgabt HV 2 Mill. fl.; der 1418beendigte Krieg gegen den Herzog von Mailand hatte inweniger als 2 Jahren 3Vs Mill. fl. verschlungen 74 .
Der Militäretat der Stadt Nürnberg belief sich im Jahre1388 für einen Zeitraum von 14 Monaten auf 78466 fl., un-gefähr das Dreifache der Gesamtausgabe des Stadthaushaltsin gewöhnlichen Zeiten 75 .
Nun haben wir ja aber eben erfahren, daß die Heeredes Mittelalters klein waren: wie mußten sich also die Aus-gaben für Kriegszwecke steigern, als seit dem 16. Jahrhundertdie Armeen rasch zu wachsen begannen, zumal ja nebendieser Ausweitung des Truppenkörpers doch auch eine Ver-vollkommnung der Ausrüstung (Feuerwaffen!) nebenherging.
1522 berechnet Dr. Chr. Scheurl die Kriegsausrüstungvon durchschnittlicher Größe für 6 Monate ohne Proviant,Troß usw. auf 560000 fl. Ein spanisches Armeekorps, dasin der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Süditaliengeschafft und dort etwa 2 V 2 Jahr unterhalten werden mußte,kostete durchschnittlich IV 4 Mill. Dukaten. Der Aufwandder spanischen Krone für Bekämpfung des niederländischenAufstandes betrug 2—3 Mill. Goldkronen im Jahre: weit mehrals die Jahreseinkünfte der niederländischen Regierung währendder Blütezeit des dortigen Handels 76 .
In eine neue Ära traten die Heeresfinanzen ein mit derEinbürgerung und dann, wie wir sahen, raschen Vergrößerungder stehenden Heere. Seitdem beginnen auch die regelmäßigenVerzeichnungen der Militärausgaben in den öffentlichen Haus-halten, so daß wir von nun an ziemlich genau das Anwachsendes Aufwandes für Kriegs- und Heereszwecke in den wichtigenStaaten verfolgen können.
Wie selbst ein kleiner italienischer Fürst in diese Be-wegung hineingezogen wurde, lehren uns die Finanzen des