Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

Aus dcr Berlinische» Zeitung vom I. '1761, 191

druß er wohl einige mittelmäßige Stücke kan gemacht haben, dcr zumTrotze er aber nie diese mittelmäßige Stücke für schon erkennen wird.Er wagt es so gar, wann er ihr anders vorgrciffcn darf, sie, durchuns, selbst anzuzeigen, und die Kenner ersuchen zu lassen, in seinerSammlung folgende gänzlich zn überschlagen: An den Anakreon:die Sparsamkeit: der Vetter und die Muhme: die Ente: derbescheidne Wunsch: das Schäferleben: dcr Schifbruch und dieRedlichkeit. Noch sind einige andere, welche sie mit schonenden Au-gen ansehen mögen. Diese wie jene würden gewiß weggeblieben seyn,wenn sie dem Verfasser nicht schon ganzer drey Jahre aus den Händengewesen wären. Und tan man es ihm zur Last legen, wenn sein Ge-schmack vor drey Jahren weniger geläutert war, als er es jetzo viel-leicht ist. Unterdessen wollen wir em Paar von denen hersetzen, dieer selbst für gnt erkennet- - Er selbst? Warum nicht? Sollte er nichteben so wohl wissen dürffcn, was an seiner Arbeit gut ist, als wases nicht ists Die Namen, ss. Band I, S. 40.^ Das Paradies,ss. Band I, S. 48.1 Das Gebet, ss. Band I, S. 21.)Kostet in den Voßischcn Blichlädcn hier und in Potsdam 4 Gr.

(7. Tee.) Ohne Bcncnnnng des Orts ist auf einem Bogen in 8t.eine Ode an GOtt von dem Herrn Rlopstock/ abgedruckt worden.Der Dichter bctanrct in dieser Ode den Verlust oder die Entfernungeiner Geliebten. Cr scheint sein Mägdchcn, wie ein Seraph den an-dern, zu lieben, und nur eine solche Liebe konnte edel genug seyn,daß man mit GOtt von ihr spricht. Durch die ganze Ode herrschteine gewisse erhabene Zärtlichkeit, die weil sie zu erhaben ist, vielleichtdie meisten Leser kalt lassen möchte. Man will übrigens einige leereEedankcnspicle, verschiedene Tavlologicn, und gemeine Gedanken, diesehr prächtig eingekleidet sind, darinnc bemerken:

Vei'iim u»! plnra iiiieul in caruiiue >^e.Wir wollen folgende drey Strophen zur Probe hiehcr setzen, und weildas Sylbenmaaß ein Horazischcs ist, welches den meisten unbekannt

sey» möchte, so wollen wir die erstere bezeichnen.

» v

Mach GOTTj dis Le!benj, mach es zum schncljlcn Hauch,

Ldcrj gib diej mir>, die du mir glcichj erschufst, v »Ach! giebj sie mir> dir leicht> zu gelben,-vll ^>

Gieb sie demj bebendenj bangenj .Herzen,