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3 (1838)
Entstehung
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193
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Ans der Berlinischen Zcitnng vom I. 1761. 193

gewesen, und daß geheime Absichten weltlicher Monarchen, ihre ei-gene Ränke und die zn ihren Bctrügcreyen vorthcilhaftc Zeiten ihneneine Hoheit verschilft, die den ersten endlich selbst schimpslich und un-erträglich ward. Tic Historie der Päbste ist diejenige, welche die we-nigsten glaubwürdigen Scribcntcn hat. AnastasinS Bibliothccarins,Platina und Lnnphrius Panvinius sind bey nahe die einzigen L-ucllcn,und noch darzn sehr seichte und verfälschte Quellen. Tie neuen Scri-bcntcn, zn dcn Zeiten, da die Päbste und Kayscr einander in denHaaren lagcn, waren entweder Gvclfen oder Gibcllincn. Tie erstenwerden dic größten Böscwichtcr, wenn sie ans dem päpstlichen Stuhlegesessen haben, zn Heiligen, und jene wahrhaftig fromme und nntadcl-hafte Männcr, die den einzigen Fehler hatten, daß sie Päbste waren,zu Ungeheuern der Boßheit machen. Herr Bowcr hat also sein vor-nehmstes Bestreben dahin gerichtet, diese Parteilichkeit zu vermeiden.Er hätte^cin Werk eben so wohl Historie des PabstthnmS als derPäbste nennen können, indem darinnc nicht nnr eine Nachricht vondem Leben und den Handlungen der Päbste, sondern auch von allenpäpstischcn Lehrsätze» nnd Meinungen enthalten ist, wenn, durch wen,bey welcher Gelegenheit nnd zn welchem Zweck eine jegliche erfunden,und eingeführet worden. Alles dieses zeiget genugsam, daß die llcbcr-sctzung dieser Geschichte kein übcrslüßiges Unternehmen sey, wovon denNutzen nur dcr Uebersctzer begreifen könne. Der Herr Pastor Ram-bach hat in der Vorrede noch dic Ucbcrsctznng eines kleinen Werksmitgetheilet, das in dcm letzten Kriege, worinne England verwickeltwar, in dcr Absicht verfertiget wurde, die päpstliche Religion auf dcrbesten Scite vorznstcllcn, nnd dadurch in Schottland dic heimlichenAnhänger derselben in Bewegung zu bringen. Ein englischer Theologehat eine Wicdcrlegung hinzu gefügt, welcher durch die Kürze nichts andcm Nachdrucke abgehet. Tiefer crsie Theil kostet in dcn VoßischenBuchlädcn hier und in Potsdam 1 Thlr. 8 Er.

(18. Dec.) Berlin , A/enio»e« ^>o»i' ^ei'liii' « c/e«»«oein'« <At Kiec/e, ^>a^ As. /luc/o«, c/e ^^«tc/emie i°o-

z/n/e c/e« ie^e« - /«//»'es. ^kienne t/e /t'nitk'^enit.r. 173^.

1Änc>. Auch dic Sitten haben ihre Moden. Ein Jüngling ausdem vorigen Jahrhunderte würde mit seiner jungfräulichen Schamhaf-tigkcit, mit seiner blöden Bescheidenheit jctzo eine sehr lächerliche Figurmachen. Es war eine Zeit, wo man ein Frauenzimmer, welchem man

Lessings Werke m. IZ