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Sechstes Kapitel: Der Schiffbau
Angesichts solcher Zahlen, denke ich, springt die über-ragende Bedeutung in die Augen, die der Bedarf der Kriegs-flotte (und nach ihr auch der ja von ihr, wie wir sahen, ab-hängigen Handelsflotte) für eine große Menge wichtiger Zweigedes Handels und der Industrie hatte.
Wenn der König durch die Lande ging und die Materialienfür den Schiffbau kaufte, stiegen die Preise, wenn er dannverkaufte, fielen sie: „the general rule is whenever the King’sMaiestie shuld bye al is dere and skase, and whenever heshuld sei al is plentye and good chepe,“ klagt das Council 418mit Recht vom Standpunkt der fiskalischen Interessen aus.Was für einen Wert hatte für die Volkswirtschaft solch einmächtiger Käufer!
Da war zunächst der Holzhandel, der durch ihn erst zugrößeren Leistungen angetrieben wurde und gewiß nicht zu-letzt der Lieferung für die Kriegsmarine seinen Übergangzur kapitalistischen Organisation verdankte: „Colbert stacheltedie Kaufleute an („excitait les marchands“), die Wälder imganzen aufzukaufen, die in der Provence und in der Dauphinöezu haben waren“ 419 . Er selbst kaufte alles Holz, allen Hanfund „andere Materialien“, soviel er bekommen konnte, ob ersie im Augenblick brauchte oder nicht, für die königlichenMagazine an, ohne Furcht, sich zu übernehmen: „ne craignaitpas de s’en surcharger“ 42 °. Er stapelte große Massen Holz usw.auf, damit immer für 10—20 Schiffe hinreichendes Materialvorrätig sei. Im Jahre 1683 lagen in den Arsenalen allein1442 Masten von 30—16 Schuh Länge.
Natürlich begünstigte 421 der Staat die großen Händler 422 ,vor allem die großen Handelskompagnien, weil sie leichterimstande waren, seinen ausgedehnten Bedarf zu decken. Sosehen wir in England die Ostindische Kompagnie Verträgemit der Krone schließen über sehr beträchtliche Posten Schiff-bauholz, Nägel usw., wie aus folgendem Sendschreiben aus