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2 (1913) Krieg und Kapitalismus
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I. Zur Einführung in die militärwissenschaft-liche Literatur

Da viele Leser dieses Buches nicht Militärs oder Militärschrift-steller sein und deshalb keine genauere Kenntnis von der militärwissen-schaftlichen Literatur besitzen werden, die das hier behandelte Problemerörtert oder wenigstens streift, so gehe ich eine knappe Übersicht überdie wichtigsten Werke, berücksichtige aber selbstverständlich nur die-jenigen, die in irgendwelchem Zusammenhänge für das Studium derinneren Heeresorganisation und insonderheit des Unterhalts der Heerein Betracht kommen. Ausgeschlossen sind also alle rein kriegsgeschicht-lichen Schriften, ebenso wie die rein strategisch-taktische Literatur unddie chronistischenRegimentsgeschichten. Aber auch von den ein-schlägigen Werken nenne ich selbstredend nur die allgemeinen, die zueiner ersten Orientierung in der weitschichtigen Materie dienen. DerLeser wird dann leicht selbst zu den spezielleren Schriften gelangenkönnen.

1. Bibliographien, Nachschlagebiicher usw.

Der Apparat der Militärwissenschaft ist in einem vorzüglichen Zu-stande: er hat etwas von der peinlich-sauberen, adretten Art des ge-bildeten preußischen Offiziers angenommen, dessen Umgang (nach Goethe )der angenehmste von allen ist. So ist es auch ein Vergnügen, eineZeitlang in der wohltemperierten Atmosphäre der militär- und kriegs-wissenschaftlichen Literatur zu verweilen.

Von bibliographischen Hilfsmitteln nenne ich: Pohler, Bihl.hist, milit. (bis 1880). 4 Bände. Kassel und Leipzig 1886-1899; verweiseaber vor allem auf v. Scharfenort, Quellenkunde der Kriegswissen-schaften für den Zeitraum von 17401910. Berlin 1910. Dann sindauch die Kataloge der Bibliotheken der Kriegsakademie und desGroßen Generalstabs (jetzt neu erschienen) von Nutzen.

Die militärwissenschaftlichen Lexika: B. Poten, Handwörterbuchder ges. Militärwissenschaften, 9 Bde., 18771880, E. Hartmann, Kurz-gefaßtes Militär-Handwörterbuch für Armee und Marine (1896), undII. Frobenius, Militär-Lexikon, bringen fast gar kein geschichtlichesMaterial.

Eine umfassende Literaturgeschichte der Kriegswissenschaften, inder aber auch über tatsächliche Verhältnisse mancher Aufschluß gegeben

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