I. Zur Einführung in die militärwissenschaftliche Literatur 215
Aber im wesentlichen sind wir doch noch angewiesen auf dieältere (Quellen-)Literatur. Sie weist namentlich in französischerSprache einige hervorragende Werke auf, die im wesentlichen aber sichauf die Darstellung französischer Verhältnisse beschränken, wenn sieauch hie und da Ausblicke in andere Länder tun. Sehr wichtig ist dasBuch von Dupre d’Aulnay, Traite general des subsistances militaires.2 Vol. 4°. 1744. Der Verfasser war „Commissaire des guerres undDirecteur general des vivres“ und schreibt: „pour servir de guide ä ceuxqui auront dessein de devenir entrepreneurs“. Das Werk zerfällt inzwei Teile; im ersten Teil wird angegeben: „l’idee gendrale de Pad-ministration des vivres, des fourages, des boucheries, des höpitaux, desequipages des vivres et d’artillerie“; der zweite Teil umfaßt: 1. Tarife;2. Berechnungen des wahrscheinlichen Bedarfs eines Heeres; 3. Modellefür Anträge; 4. Modelle für Lieferungsverträge; 5. desgl. für die Ver-waltung; 6. Instruktionen für Beamte usw. Das Buch enthält eine voll"ständige Anweisung für Lieferanten: wie sie ihre Offerte einzureichen,wie sie sich zu organisieren haben, wie sie einkaufen sollen, usw.
Ebenfalls reich an belehrendem Stoff sind Chenne viöres, Ddtailsmilitaires necessaires ä tous les officiers et principalement aux commis-saires de guerre. 2 Vol. Paris 1750. Nachtrag 1768 und Xav. Andouin,Histoire de l’administration de la guerre. 3 Vol. 1811.
Ein Gegenstück in deutscher Sprache ist die Darstellung im 5. Bandeder Handbibliothek für Offiziere (1839): „Der Haushalt der Heere“, vonFrhr. v. Richthofen.
Über das Kriegskommissariat im besonderen: K. G. Weise, Überdas Feldkriegskommissariat. Ulm 1794. Der Verfasser war „Königl.Preußischer expedierender Feld-Kriegs-Kommissariats-Sekretär“ und be-handelt ausschließlich preußische Verhältnisse. Enthüllungen desRaub- und Plünderungssystems der Kommissare der preußischen,österreichischen und neufränkischen Armeen (1799), 42f. Das Buchhandelt fast nur von den Betrügereien der französischen Kommissareund Lieferanten. Der Verfasser rühmt seine „vieljährige Beschäftigungin Lieferungen“ und seinen „immerwährenden Umgang mit Lieferanten“.
5. Die Geschichte der Bekleidung der Heere
Hier ist die für unsere Zwecke brauchbare Literatur besondersdürftig. Es wimmelt zwar förmlich von Geschichten der militärischenKostüme; es sind aber alles Trachtengeschichten, die lediglich Form,Schnitt, Farbe usw. der Uniformen (meist bildlich) zur Darstellung bringen.Zu dieser Art von Schriften gehören: R. Knötel , Handbuch der Uniform-kunde. Leipzig 1896. G. v. Suttner, Reiterstudien. Beiträge zur Ge-schichte und Ausrüstung der vorzüglichen Reiterarten im 16. und 17. Jahr-hundert. Wien 1880. J. Luard, History of the dress of the Britishsoldier. London 1832. Marbot et Noirmont, Costumes militaires