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Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie : siebenundzwanzig Beiträge zur Sozialwissenschaft / von Georg Friedrich Knapp
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Die Anfänge der Bevölkerungsstatistik.

listischen Tätigkeit des Caspar Neumann einen wichtigen Fingerzeig ge-geben hatte, hat nun jene alten Totenbücher neu in tabellarischer Formausziehen und in der vorliegenden Schrift veröffentlichen lassen.

Somit ist also, soweit die Bevölkerungsstatistik in Betracht kommt,jene Lücke ausgefüllt; nur für die philologische Frage, nämlich für dieErläuterung der Halleyschen Abhandlung, bleibt die Lücke noch offen;denn der neue Auszug eines Begisters, worin sich manche unleserlicheStellen und unbestimmte Angaben befinden, wird mit dem alten ver-lorenen Auszuge nicht völlig gleichlautend sein können.

Sehr anziehend ist nun das Lebensbild, welches Herr Dr. Graetzerund Herr Professor Dr. Ferdinand Cohn von jenem schlesischen Geist-lichen des 17. Jahrhunderts, Caspar Neumann , entwerfen, in welchemsie mit Recht einen der frühesten Vertreter derpolitischen Arithmetik,der undankbarerweise so gut wie ganz vergessen war, zur verdienten Gel-tung bringen. Es stellt sich dabei heraus, welch vollkommenes Verständ-nis und welche warme Teilnahme ein anderer deutscher Gelehrter jenerZeit, nämlich Leibniz , für die Aufgaben der Statistik hatte. Überhauptsind die reichen Auszüge aus dem Briefwechsel damaliger Gelehrterhöchst anziehend, ich möchte fast sagen erfrischend; denn was auchjeder seinem Amte nach sei, sie nehmen an allen Vorgängen auf demweiten Gebiete der Wissenschaft gleichmäßig den regsten, jugendlichenAnteil. «

Kurz, Herr Dr. Graetzer hat den berufenen Vertretern der Statistiknicht nur viel Neues dargeboten er hat ihnen zugleich einen ganzunerwarteten Genuß verschafft.

Der Referent, als Erklärer der Halleyschen Abhandlung (vgl. G. F.Knapp, Theorie des Bevölkerungswechsels, Braunschweig 1874, S. 122bis i 3 o), darf wohl noch einige Worte, halbwegs in eigener Sache, hin-zufügen. Ein nicht genannterDozent der Physik hat einen kleinen Bei-trag zu Graetzers Werk geliefert (S. 76 ff.), worin meine Stellung zuIlalleys Abhandlung mannigfach bemängelt wird, obgleich wir, nachmeiner Ansicht, ganz und gar dasselbe wollen. Ich habe die Meinungausgesprochen, daß Halleys Tafel II aus der Tafel I nicht ohne einigemehr oder minder willkürliche Schätzungen abgeleitet sei. Der un-genannte Mitarbeiter Dr. Graetzers zeigt nun auf eine sehr anschaulicheArt, durch Zeichnung, daß, wenn man zwischen zwei gebrochene Linien,die sich aus Halleys Tafel I konstruieren lassen, eine Kurve geschickthineinlegt, diese Kurve dann ungefähr den Zahlen der Halleyschen Tafel