234
den) auch der Sinn der „Welt “, des Menschen, des Lebens vertrautist. Hier geben wir die Fäden unserer Erkenntnis ab an den Mcla-physiker, der sich anderer Forschungsweisen als der verstehendenMethode bedient, um die Wahrheit zu ergründen.
VierzehntesKapitel
Die Begriffe
1. Die Eigenart der kulturwissenschaftlichen Begriffsbildung
Die „Kritik der historischen Vernunft“, die uns Dilthey in Aus-sicht gestellt hatte, läßt noch immer auf sich warten. Ihr Fehlenaber macht sich nirgends schmerzlicher fühlbar als in der Logikund ganz besonders wiederum in der Lehre von der Begriffsbildung.Die Lehre von der Begriffsbildung in den Geistwissenschaften hatim letzten Menschenalter keine wesentliche Förderung erfahren:die scharfsinnigsten „Ordnungslehren“, die in den letzten Jahr-zehnten erschienen sind, wie etwa die Logiken von Driesch,v. Kries, Pfänder, lassen den Unterschied zwischen Natur- undGeistwissenschaften fast völlig unberücksichtigt. Die älteren Logiken,wie die von Mill, Wundt, Sigwart, die den Geistwissenschaftenbesondere Abschnitte, ja ganze Bände widmen, stehen doch zu sehrim Banne des naturwissenschaftlichen Denkens, um für die Eigenartder geistwissenschäftlichen Logik den freien Blick zu haben. Dieneueste „Logik der Geistwissenschaften“, die wir besitzen, die vonRothacker, geht auf das Problem der Begriffsbildung fast gar nichtein.
Durchaus geistwissenschaftlich denkt Heidegger . Vielleichtschenkt er uns noch die von Dilthey verheißene „Kritik der histori-schen Vernunft“. In dem bisher erschienenen ersten Band seines Wer-kes läßt die ontologische Emsteilung die logischen und methodologi-schen Probleme noch nicht zur Entfaltung kommen. Aber Heidegger ist doch, soviel ich sehe, der erste Logiker, der als den Lehrbegriffnicht die rote Farbe und nicht den Löwen, sondern den Hammer be-nützt. Das bedeutet einen gewaltigen Fortschritt und enthält die Aus-sicht auf Einsichten von unermeßlicher Tiefe.
Unsere Hoffnung setzen wir Geistwissenschaftlcr auch auf Hein-rich Maier. Er gehört zu den wenigen strengen Logikern, die mit