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Die drei Nationalökonomien : Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft / Werner Sombart
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Dei - Fehler jedoch, an dem die meisten Schriften kranken, ist der,daß sie den Typenbegriff nur mit Bezug auf die menschliche Seele oderallenfalls die menschliche Gestalt zu bilden versuchen. Wir brauchenaber auch eine Bearbeitung geistiger, ja (in der Nationalökonomie)selbst körperlicher Typen, wie wir sehen werden. Ein anderer Mangelder bekannten Begriffsbestimmungen des Typus ist der, daß in ihnendie Abgrenzung gegen den Gattungsbegriff nicht scharf genug ist. Dasgilt z. B. für die Definitionen, die Dilthey und Stern vom Typusgeben: Typen sindGrundformen, die in dem Spiel der Variationenimmer wiederkehren. In einem solchen Typus sind mehrere Merk-male, Teile oder Funktionen regelmäßig miteinander verbunden.Diese Züge, deren Verbindung den Typus ausmacht, stehen in solchergegenseitigen Relation zueinander, daß die Anwesenheit des einenZuges auf die des anderen schließen läßt, die Variationen in einerauf die einer anderen 109 . Oder: ein Typus isteine Struktur, welchedie möglichst reine Ausprägung eines gemeinsamen Zuges und diemöglichst geringe Beimischung störender, zufälliger, rein individuellerZüge aufweist no . Ich frage mich, ob diese Begriffsbestimmungenauf Begriffe wie Börse, Bank, Fabrik nicht zutreffen und finde,daß sie es tun. Nimmermehr sind aber diese Begriffe Typen, es sindechteGattungsbegriffe. Wir können uns auch nicht dadurch aus derVerlegenheit ziehen, daß wir sagen:Typen sind nicht extrem (!) be-griffliche, sondern begriffsanaloge Bildungen (wie z. B. Charakter,Wesen usw.), die nicht nur merkmalmäßig abstrahieren, sondern ge-staltmäßig usw. (!) zusammenfassend fungieren . * * 111 Ohne scharfeBegriffe können wir nun einmal keine Wissenschaft treiben: quodnon est in conceptu, non est in mundo scientifico!

Wenn wir den Typus richtig bestimmen wollen, so müssen wiruns klar sein, daß es ein Begriff ist, der, wie ich schon sagte,zwischen Individualbegriff und Gattungsbegriff steht. Dem Gattungs-begriff ist er verwandt dadurch, daß er stets die Merkmale meh-rerer Individuen zu einer Einheit zusammenfaßt, daß also immermehrere Individuen unter ihn fallen. Dem Individualbegriff nähert

109 W. Dilthey, Ges. Schriften 4 , 270.

110 W. Stern, Differentielle Psychologie. S. 280ff.

111 M. Wertheimer, Drei Abhandlungen zur Gestaltstheorie (1925). S..

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