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Kultur- und Naturwissenschaften grundsätzlich. Diese Standpunkt-gebundenheit bedeutet eine weltanschauliche Gebundenheit — auchfür alle Wissenschaft, nur in einem stärkeren Grade für die Kultur-wissenschaft. Die weltanschauliche Gebundenheit äußert sich aberin folgendem:
i. in der Zielsetzung der Erkenntnis; diese kann himmlischenoder irdischen Zwecken dienen, das heißt sie kann eine Erkenntniszu Gottes Ruhm sein: um die göttliche Macht, Weisheit und Gütein allen Dingen zu erschauen, oder eine Erkenntnis zu diesseitigenZwecken. Diese irdische Erkenntnis kann wiederum verschiedenenZwecken dienen: entweder dem reinen Erkennbiiszweck oder außerihr gelegenen Zwecken: im Bereiche der Natur kann erkannt werden,um diese zu beherrschen: „savoir pour prevoir“, „calculer pour do-miner“, im Bereiche der Kultur, um politische oder andere praktischeForderungen zu rechtfertigen oder um die Mittel an die Hand zugeben, mit denen man das menschliche Dasein verbessert.
Gerade der Sozialwissenschaft hat man im modernen Westeuropa von jeher diese Aufgabe mit Vorliebe gestellt. Schon in ihren Anfängenvernehmen wir die Stimme des trefflichen J. J. Becher, der ihrund ihren Vertretern nur soviel Berechtigung einräumt, als sie dazudient, „den Statum corruptum der Menschheit zu korrigieren“. Inder Gegenwart wird sie namentlich von ihren sozialistischen Wort-führern gern als Helferin im sozialen Kampfe angerufen: sie habedie „Richtigkeit“ der Endziele zu „beweisen“, sonst sei sie einmüßiges Gerede: „La scienza sorge per effetto del fine che la teoria,se non vuol essere oziosa, ha dovuto giustificare. II suo oggettöe appunto questo fine. ..“ „una scienza oggiettiva e una contra-dizione in termini“(!). So der kluge Arturo Labriola 6 , so ähn-lich aber urteilt auch der nicht minder kluge Max Adler 6 . Aber auchin den Reihen der „bürgerlichen“ Nationalökonomen gibt es Männer,die denselben „praktischen“ Sinn verraten und in einen schroffenGegensatz zu den „reinen Wissenschaftlern“ treten. Gegen ein WortSchumpeters: „der Lehre der Wissenschaft um der Wissenschaft