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Die gewerbliche Arbeiterfrage / Werner Sombart
Entstehung
Seite
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Aus den englischen Blaubüchern.

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snndhcit nnd Bequemlichkeit der Arbeiter hinlänglich beachtetwerden.

In einigen wenigen Fällen übersteigt die Arbeitszeit nichtzehn Stunden, die Zeit während der Mahlzeit abgerechnet,manchmal aber beträgt sie elf, häufiger zwölf Stunden, und insehr vielen Fällen dauert die Arbeitszeit süuszchu, sechzehn undselbst achtzehn auseinander folgende Stunden.

Beinahe überall arbeiten die Kinder ebenso lange wie dieErwachsenen, nianchmal sechzehn selbst achtzehn Stunden ohneUnterbrechung.

Junge Frauenzimmer, die in der Hauptstadt und iu etlichengroßen Provinzialstädtcn in Pntzgcschästen und bei Kleider-macherinncn arbeiten, sind selbst in den am besten eingerichtetenGeschäften während der hohenssason", die in London vierMonate dauert, regelmäßig fünfzehn Stunden per Tag angespannt;in häufig eintretenden Notfällen werden es achtzehn Stunden, uudin vielen Geschäften sind während derssasori" die Arbeits-stnndcn überhaupt unbegrenzt, so daß die jnngcn Francnzimmerniemals mehr wie sechs, oft nicht mehr als vier, oft mir dreiund bei einzelnen Gelegenheiten nur zwei Stunden Ruhe undSchlaf haben uud sehr häufig die ganze Nacht durcharbeiten;tatsächlich findet ihre Arbeit erst ein Ende, weuu die physischenKräfte dazn absolut nicht mehr vorhalten.

In vielen sehr ausgedehnten und sehr wichtigen Gewerbennnd Manufakturen wird nachts nicht gearbeitet; iu audereuhingegen ist dies so allgemein uud beständig der Fall, daß manberechtigt ist, die Nachtarbeit als Teil des regelrechten Shstemsanzusehen, das in diesen Judustriezweigeu angewandt wird.Alle Zeugcuklnsseu stimmen in der Angabe übercin, daß dieWirkung der Nachtarbeit in allen Distrikten, wo diese Sittevorherrschend ist, sowohl auf die Arbeiter im allgemeinen, wiebesonders aber auf die Kinder eine besonders verderbliche ist,sowohl im Phpsischen, wie im moralischen Siuue, uud es istweitläufig erwiesen worden, daß selbst die Arbeitgeber schließlichnicht einen, diese schlimmen Folgen answiegendcn Nutzen darauszu ziehen vermögen.

Iu dcu meisten dieser Gewerbe nnd Mauusakturen istregelmäßig eine Daner von anderthalb bis zwei Stuudcu sürdie Mahlzeiten bestimmt, während welcher die Arbeit gewöhnlichunterbrochen nnd das Maschincnwerk stillgestellt wird; in manchenDistrikten aber kommt es in vielen Mauufakturzweigeu vor, daß,