28 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
oder der Schiffsmast aus Eiscu oder Stahl werden inwenigen Wochen hergestellt, wahrend der Holzstamm Jahr-zehnte gebraucht hätte, nm die erforderliche Ticke zu er-reichen. Die Pferde, die zur Bespannung der Straßen-bahnwagen Verwendung finden sollen, bedürfen mindestensdrei- bis vierjähriger Pflege, während der elektrische Motor-wagen in ebensoviel Monaten fertiggestellt wird.
Endlich aber — und das ist vielleicht die wichtigstepraktische Konsequenz des modernen, naturwissenschaftlichbegründeten Verfahrens — wird durch seine Anwendungdie Basis für das gesamte technische Können in einer nn-geahnten Weise verbreitert. Wie wir wissen, betrachtet diemoderne Technologie den Produktionsprozeß gleichsam los-gelöst von dein ausführenden Organe, dem Menschen. Da-durch vermag sie ihn derart in seine Elemente aufzulösen,daß nicht die Rücksicht ans die schaffende Hand, sondernlediglich auf eine zweckmäßige Kausalfolge der einzelnenVorgänge dabei den Ansschlag gibt. Das arbeitszerlegendeVerfahren wird damit erst methodisch anwendbar. Und dieWissenschaft sorgt dann weiter dafür, indem sie kunstvolle,maschinale Vorrichtungen ersinnt, daß die betreffende Tcil-vcrrichtuug im Produktionsprozeß, die sich bei der rationalenAuflösung ergeben hat, nnn anch exakt ausführbar wird,trotzdem sie gar nicht mehr der natürlicheu Betätigung dermenschlichen Organe entspricht. An die Stelle der durch dielebendige Persönlichkeit notwendig gebundenen organischenGliederung der Produktiosprozesse tritt die nur im Hinblickans den gewolltcn Erfolg zweckmäßig mechanisch eingerichteteGlicdbildung, wie es Renlcaux ausgedrückt hat. Jetzt be-greifen wir auch erst, warum die Entwicklung der Maschi-nerie in unserem Jahrhundert eine so rapide fein konnte.Sie ist einer eigentümlichen uud richtigen Wendung in derAuffassung des Maschincnerfinders zuzuschreiben, welche