Druckschrift 
1 (1904)
Entstehung
Seite
69
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Die gewerbliche Produktion in den Frmihofwirischaftcn. gg

Morgen Gartenland. Zu diesen Einkünften, für welche derHnfbeschlag und alle zu leistenden Reparaturen am Acker-gerät der Geincindcmitglieder ausgeführt werden müssen,treten noch etwa 2(W Mark für die besonders zu zahlendenArbeiten. Die Verpflichtung zur Leistung des Deputatsruht auf der Gemeinde, da diese als solche den Kontraktschließt. Die Gemeindeschmiede aber müssen ihr Deputatbei den einzelnen Besitzern in der geringsten Qnote, biszu einem Viertel Mctzen herab, einsammeln. Dies geschiehtvierteljährlich; die von den einzelnen zu gewährendenMengen sind nach Maßgabe des Grundbesitzes bezw. derPferdcanzahl ein für allemal festgesetzt. Jedoch ist einescharfe mathematische Berechnung der Anteile nicht üblich,vielmehr wird diese mehr schätzuugsiveise bemessen.

Durch die Ausbildung solcher, von Gemeinde wegenangestellter berufsmäßiger gewerblicher Produzenten wurdeder eigenwirtschaftliche Charakter der alten Banerngcmeindeauch in den Zeiten aufrecht erhalten, in denen die gewerb-liche Technik bereits über die ersten Anfänge ihrer Ent-wickelung hinaus gekommen war.

III. Die gewerbliche Produktion in den Fronhof-wirtschaften.

Wenn wir mit den eben geschilderten Zuständen denEntwickelnngsgrad vergleichen, den die gewerbliche Pro-duktion an gewissen Punkten Europas schou zur Mcro-winger-Zcit erreicht hatte, so läßt sich dafür das Verständnisnur gewinnen, wenn wir nus, wie gesagt, erinnern, daßdie jungen Völker Europas doch als Erben der hohenKnltnr des Römerrcichcs angeschen werden müssen. Ins-besondere gilt dies für die Großen des Reiches, die wiruns an Stelle der verschwindenden römischen Großen zu-nächst in Gallien nnd Italien gesetzt denken müssen, und