Die neuere Zeit. —
Die Erfüll, d. subjekt. Voraussetz. usw. 83
II. Die Erfüllung der subjektiven Voraussetzungenkapitalistischer Wirtschaft.
Damit Kapitalismus mißlich sei, mußten sich nach dem,was ich in dem ersten Teil dieses Bändchens ausgeführthabe, zunächst einmal eine entsprechende Anzahl von Wirt-schaftssubjekten herausbilden, die in ihrer Person die not-wendigen subjektiven Voraussetzungen für kapitalistische Wirt-schaft vereinigten. Das sind aber, wie wir wissen, dieAnhäufung eines hinreichend großen Geldvermögens einer-seits, die Absicht, dieses Geldvermögen kapitalistischen Zweckendienstbar zu macheu, anderseits.
Wir verfolgen zunächst die Wege, ans denen die er-forderlichen Geldvcrmögen sich während des Mittclalters inden Händen einzelner Wirtschaftssnbjekte angehäuft haben,denen sie als Kapital dienen sollten.
Es läßt sich mit einiger Sicherheit behaupten, daß wireine Periode kapitalistischer Wirtschaft nicht erlebt habenwürden, wenn das Wirtschaftsleben sich rnhig in deu Bahnenhandwerksmäßiger Organisation weiter bewegt hätte undnicht andere Momente hinzugetreten wären, denen alleindie erforderliche Akkumulation größerer Geldvermögen zudauken ist. Ich habe in meinem „Modernen Kapitalismus"den ziffernmäßigen Nachweis geführt, daß die regelmäßigeTätigkeit des Handwerkers im Gewerbe und Handel nichtimstande sein konnte, aus sich heraus Vermögen zu bilden.Diese Anffassnng widerspricht der herrschenden, welche, so-weit sie überhaupt diese Frage aufgeworfen hat, gauz kritik-los, insbesondere die Handelstätigkeit des Mittelalters alsdie eigentliche Quelle der größereu Vermögen, denen wirim Ausgang des Mittclalters begegnen, angesehen hat.Wie falsch diese Auffassung ist, läßt sich mit der einfachenErwäguug erweisen, daß der mittelalterliche Handel trotz
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