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Sozialismus und soziale Bewegung im 19. Jahrhundert : nebst einem Anhang: Chronik der sozialen Bewegung von 1750 - 1896 / von Werner Sombart
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Proletariats noch immer nicht das Ziel erreicht hat, wennsie, weit entfernt, den Sieg mit einem großen Schlagezu erringen, in hartem, Zähem Kampfe von Position zuPosition langsam Vordringen.muß, so beweist dies ein fürallemal, wie unmöglich es 1848 war, die soziale Umge-.staltung durch einfache Ueberrumpelung zu erobern .,. DieZeit der Überrumpelungen, der von kleinen Minoritätenan der Spitze bewußtloser Massen durchgeführten Revolu-tionen, ist vorbei. Wo es sich um eine vollständige Umge-staltung der gesellschaftlichen Organisation handelt, da müssendie Massen selbst mit dabei sein, selbst schon begriffen haben,worum es sich handelt, für was sie eintreten sollen. Dashat uns die Geschichte der letzten 50 Jahre gelehrt- Damitaber die Massen verstehen, was zu thun ist, dazu bedarf eslanger, andauernder Arbeit, und diese Arbeit ist es gerade,die wir jetzt betreiben und das mit einem Erfolg, der dieGegner zur Verzweiflung bringt. Die Ironie der Welt-geschichte stellt alles auf den Kopf. Wir, die -Revolutionäre ',die.Umstürzler', wir gedeihen weit besser bei den gesetzlichenMitteln als bei den ungesetzlichen und dem Umsturz. DieOrdnungsparteien, wie sie sich selbst nennen, gehen zuGrunde an dem von ihnen selbst geschaffenen Zustande. Sierufen verzweifelt mit Odilon Barrot : ls, 16Mlit6 nou8 tus ...während wir bei dieser Gesetzlichkeit pralle Muskeln undrote Backen bekommen und aussehen wie das ewige Leben."

Was in diesen Worten zum Ausdruck kommt, ist nichtsanderes, will mir scheinen, als das bedingungslose Bekennt-nis zum ^ Marxismus !