zelnen Länder hineinzutragen, hineinzuzwingen. Ein Ge-danke, der im Grund unmarxistisch ist: wieder einer derFälle, in denen Marx dem Marxismus untreu wurde. DerWeg zur Einigung sollte der umgekehrte sein: von innennach außen. Erst mnszten sich die Bewegungen in den ein-zelnen Ländern ihrer nationalen Zufälligkeiten bis zu einemgewissen Grade entkleiden, erst mußte sich die einheitlicheökonomische Entwickelung noch weiter bestimmend durch-setzen, ehe von selbst gleichsam, von innen heraus sich dasProletariat seiner internationalen Solidarität wieder be-wußt wurde und zur Erkenntnis seiner Uebereinstimmungin den Hauptpunkten seines Programmes kam.
Diese innere und äußere Vereinheitlichung, die das Er-gebnis des letzten Jahrzehnts ist, möchte ich als dritte Etappein der Entwickelung der sozialen Bewegung bezeichnen unddann als zweite Etappe die vollständige Durchdringung undSättigung zunächst der deutschen Sozialdemokratie mitmarxistischen Geiste betrachten. Diese wird dadurch gleich-sam das Lrgan, durch das jene Ideen sich in den anderenLändern verbreiten. —
In Deutschland wächst anerkanntermaßen eine soziale Be-wegung empor, die nach den Anfängen in marx-lassalleschemGeiste sehr bald in rein marxistischein Geiste weitergeführt wird.Ich erinnere Sie an folgende Etappe der Entwickelung: Alsheute vor 32 Jahren die tödliche Kugel Ferd. Lassalle in Genf traf, da wurde derjenige Mann der deutschen Arbeiterbewegunggenommen, der sie allein dargestellt hatte? denn was er hinter-ließ, war zunächst ein Nichts. Sein allgemeiner Arbeiter-verein zählte im Augenblicke, als er die Augen schloß, nur4610 Mitglieder. So ist auch während der ersten Zeit nachLassalles Tode die Bewegung nichts anderes als ein Herum-plätschern in nichtigen kleinlichen Streitereien. Die persön-liche Koterie tritt an die Stelle der sozialen Partei. Sowar das Feld in Deutschland frei gemacht, damit sich voneiner anderen Seite her selbständig eine neue sozialdemo-