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II. Der Krieg von 1806 und 1807
Die Schlacht von Heilsberg am ^0. Juni ^807S. Skizze 14
Bennigsen erwartete den Feind am rechten Alleufer, wohlweil er selbst dort marschiert war und auch dort wünschte ange-griffen zu werden. Er blieb mit der Front gegen Südwesten ge-wendet auf diesem Ufer stehen.
Das Städtchen Heilsberg liegt tief im Tale, zum Teil vonalten Mauern umgeben und von einem nicht unbedeutenden mittel-alterlichen Schlosse überragt. Am rechten südlichen Flußufer er-heben sich dicht hinter der Stadt ansehnliche, stellenweis bewaldeteHöhen, die ziemlich steil bis zu 190 Fuß über der Talsohle auf-steigen. Sie gewähren dem Orte eine malerische Lage, die anLandschaften aus den Vorbergen deutscher Mittelgebirge erinnert.Auf der dem Flusse abgekehrten Seite senken sie sich mit flacherenHängen gegen Süden und Südosten. Sie boten ein für dieunmittelbare Abwehr des Angriffs nicht unvorteilhaftes Schlacht-feld. Dieses war daher auch zwischen der Alle und dem tief ein-geschnittenen Sümsebache sorgfältig vorbereitet. Gezwungen warder Feind indessen nicht, gerade dort anzugreifen. Er konnte beiseiner Übermacht gleichzeitig zu beiden Seiten der Alle vordringen.Dann wurde die Stellung für den, der sie hielt, recht gefährlich; dennwährend er sie in der Front behauptete, konnte sie gleichzeitigumgangen und von Norden her im Rücken gefaßt werden. Sieeignete sich sehr zu einer Falle für den Verteidiger.
Am westlichen Alleufer sind die Höhen geringer, die Abhängesanfter. 2500 m oberhalb der Stadt fällt, aus dem Großen-dorfer See kommend, der unbedeutende Spuybach in die Alle.Sein Lauf bildet das gute Drittel eines Kreisbogens um Heilsbergherum und da etwa halbwegs Heilsberg und dem Bache noch eineKette flacher Hügel liegt, so bildete sich auch dort eine natürlicheVerteidigungslinie. Auf den Erhebungen waren vier mehr oderminder starke Schanzen aufgeworfen. Die Stellung war schwächer,als die am anderen Ufer, aber doch übersichtlich und verteidigungs-fähig. Anfangs standen indes nur wenig Truppen am linkenUfer. Eine gemischte Brigade unter General Barasdin war zurBeobachtung bis Launau vorgeschoben.
Den Uferwechsel hatte Bennigsen dadurch vorbereitet, daßaußer den drei in der Stadt bestehenden Brücken oberhalb derselben