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g,r>ä mors evsr^ äa^", für Beide habe.^) Und mit Recht ist gleich-falls oft darauf hingewiesen, daß der Verkehr Englands mit denihm kulturell nächststehenden Kolonien, z. B. dem Kapland undAustralien , verhältnismäßig weit größer sei als der mit seinervolkreichsten, aber kulturell ihm weit ferner stehenden Kolonie, näm-lich Ostindien; denn die etwa zehn Millionen dort kaufen ungefährgleichviel britische Produkte (1896: 32,6 Mill. ^) als die fastdreihundert Millionen Ostindiens (1896: 30.1 Mill. F).
Nicht weniger, sondern mehr — nur zum Teil andere —Fabrikate werden die Industriestaaten von heute den Rohstoffstaatensenden, nachdem deren Industrialisierung sich vollzogen hat. Welche?Das können wir zur Zeit ebensowenig sagen, wie man in den dreißigerund vierziger Jahren Hütte sagen können, in welcher Weise Arbeits-teilung und Verkehr zwischen England und Frankreich einerseits,Deutschlands andererseits sich gestalten würdeu, uachdem auch letzteresin die Reihe der Industriestaaten eingetreten.
Die alten Industriestaaten werden die Specialitäten pflegen,für welche die natürlichen und socialen Verhältnisse ihnen amgünstigsten liegen; die jungen Industriestaaten die, hinsichtlich derenihre Arbeit relativ produktiver ist als die Arbeit der ersteren.Welche es sind, kann erst im Wettbewerbe der Zukuuft sich ent-scheiden. Nur das dürfen wir mit Sicherheit behaupten, daß, wenndie Entwickelung, welche unsern Exportpessimisten als ein trübesGespenst erscheint — wenn das industrielle Emporkommen derRohstoffstaaten helle Wirklichkeit geworden sein wird, der Außen-handel Westeuropas nicht herabgehen, sondern sich ausdehnen —das Netz weltwirtschaftlicher Berschlingung der Nationen aller Kon-
!) Economist , 1898, S. 797. — Vgl. dagegen den von Arndt (S. 23)zurückgewiesenen Satz der Kölnischen Zeitung (28. September 1898), der denVerkehr zwischen Völkern annähernd gleicher socialer Entwickelungsstufe sndsZatslls behandelt: „an unsern Grenzen treffen wir nur andere Länder, diegleichfalls schon dicht besiedelt und in der Kultur vorgeschritten sind; zu sehrgroßem Teil sind ihre Produktionsbedingungen den unsrtgen ganz ähnlich, sodaß einem gegenseitigen Austausch . . . ziemlich enge Grenzen gezogen sind."
In Wahrheit liegt die Sache so, daß mit den uns kulturell nächst-stehenden Ländern „an unsern Grenzen" die große Quote unseres Aus-tausches sich vollzieht. (S. o. S. 76.)
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