11V VI> Erdmessung und Erdphysik in der ersten Hälfte des Jahrhunderts.
weis für die revolutorische Bewegung der Erde im Weltraumelange aus, und erst durch die Entdeckung der Lichtabirrung einer-seits, der Jahresparallaxe der Fixsterne andererseits hatte der zweiteHauptsatz des Coppernicus die endgiltige Bekräftigung erfahren.Für den ersten Hauptsatz fehlte eine solche ebenfalls noch bis znmSchlüsse des 18. Jahrhunderts, denn es hatten zwar Hooke undNewton richtig erkannt, daß Fallversuche ein Mittel zurPrüfung des Sachverhaltes darboten; fiel ein von namhafter Hohefrei herabfallender schwerer Körper etwas östlich vom Fnszpuuktedes vom Ausgangspunkte herabgesenkteu Lotes nieder, so wardamit ausgesagt, daß auf den Körper neben der Schwere noch einzweiter Impuls gewirkt hatte, bedingt durch den Umstand, daß derFallpunkt im Lanfe eines Tages einen größeren Kreis als derFnßpnnkt zu beschreiben hat. Und das ist eben das Wesen derRotation. Die Fallhöhen, auf welche man sich englischerseits zu-erst beschränkt hatte, waren zn gering gewesen, nm die Verschiebung,auf die es aukommt, recht klar in die Erscheinung treten zu lassen.Als dann G. D. Gnglielmini aus Bologna sgest. 1817) im Jahre1792 den hohen schiefen Turm Asiuelli seiner Vaterstadt zum gleichenZwecke verwertete, trat die Ostablenknng schon viel deutlicher her-vor. Was aber etwa noch vermißt ward, holte etwas über einJahrzehnt später I. F. Benzenberg (177-7 — 1846) nach. Der-selbe hatte sich bereits durch eine zusammen mit Brandes ver-faßte, 1800 erschienene Schrist über Sternschnuppen bekannt ge-macht, worin er diese Welttörperchen zur Bestimmnng geographi-scher Längendifferenzen zu benützen vorschlug; nunmehr verfeinerteer beträchtlich die Technik des Fallexperimentes, indem er erstlichein genau senkrechtes Abfallen in der ersten Zeiteinheit sicherstellteund dann auch den Pnnkt, in welchem die herabfallende Kngel eineBodenplatte traf, genan bestimmte. Die Versuche selbst wnrdeuteils in dem hohlen Tnrme der Hamburger Kathariueukirche, teilsin dem Schachte eines westfälischen Kohlenbergwerkes angestellt, sodaß also störende Luftströmungen möglichst abgehalten waren.Gauß fügte der Beschreibung Benzenbergs einen die mathema-tische Seite der Frage vollkommen klärenden Anhang bei. Neichin Freiberg hat 1832 eine nene höchst gründliche Untersuchung