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der zwar seiner engeren Fachstudien halber persönlich der Feld-arbeit weniger obliegen konnte, der aber als erster Vorstand der1849 gestifteten Geologischen Reichsanstalt, eines Muster-institntes, dieser die vorzügliche Organisation gegeben hat, der siees dankte, daß sie nunmehr ein halbes Säknlum mit stets steigen-dem Erfolge zu wirken vermochte. Erst in neuester Zeit hat manerfahren, wie mancher Stein der jungen Anstalt im Wege ge-legen hat, welche sich der eiuflußreiche Handelsminister v. Baum-gart n er, ein geschätzter Physiker und Volkswirt, aber mit derEigenart geologischer Forschung wenig vertraut, nur als ein An-hängsel der Akademie der Wissenschaften denken konnte, währenddoch gerade Selbständigkeit das Lebenselement einer jeden derartigenZentralstelle ist. Zum Glücke siegte v. Hai ding er über alleseinem Werke entgegenstehenden Schwierigkeiten, trefflich unterstütztvon seinem jugendlichen Mitarbeiter F. v. Hauer (1822—1899),von dem in einem Briefe v. Buchs, wie Tietzes Lebensbeschrei-bung des Altmeisters der österreichischen Geologie mitteilt, gesagtwird: „Ich habe das größte Vertrauen zu Hauer, der gründlichuntersucht und vergleicht und nicht Alles isoliert betrachtet."Wahrlich ein wertvolles Vertrauensvotum von so kompetenterSeite und glänzend gerechtfertigt durch die nächstfolgenden süuzigJahre des Mannes, der uuter solchen Auspizien in das wissen-schaftliche Leben eintrat! Zu Österreich gehörte damals noch dergrößere Teil von Oberitalien , wo seit 1850 etwa A. Stopp anis(1824—1891) Wirksamkeit datiert. Die geognostischen Arbeitenim übrigen Italien , unter denen diejenigen L. Pillas (1805 bis1843) und G. Meneghinis (1811—1889) einen geachteten Platzeinnehmen, während doch eigentlich auswärtige Gelehrte die meisteuFrüchte pflückten, litten unter der politifchen Zersplitterung desLandes, und erst seit das geeinte Königreich besteht, konnten dieItaliener jenes hohe Talent für Natnrbeobachtung, welches sie stetsbethätigten, zur richtigen Geltung bringen.
Spanien und Portugal sahen sich in noch höherem Gradeauf die Unterstütznng Fremder angewiesen, wenngleich ersteres seit1849 sich einer geologischen Kommission rühmen durfte. DieTürkei blieb, von den dnrch A. Boue bereisten Westprovinzen