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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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294 X. Die Geologie auf dem Wege von L. v. Buch zu Ch. Lyell.

eine Kambriumstufe man nennt sie jetzt nach wallisischem Vor-bilde Tremadoc schön entwickelt; eine über den Kanal hin-überreichende Verbindung zwischen gleichartigen Sedimentärgebildenwar somit hergestellt. De la Beche gab mit W. Lonsdale (1794bis 1371) den Anstoß, auch eine über dem Silur liegende For-mation, die denalten roten Sandstein" in sich schloß, als selb-ständig abzutrennen, das Devon. Große Reisen der britischenForscher, vorab Murchisous, setzten außer Zweifel, daß in weitentfernten Erdräumeu, so im Ural, die gleiche zeitliche Aufeinander-folge der als kambrisch, silurisch, devonisch bezeichneten Schichtenreihenzn Recht besteht, und auch in Amerika , wo sich E. P. de Bern euil(18051873) um die Ermittlung der Formationsgrenzen bemühte,wurde seit 1845 eine derjenigen völlig entsprechende Einteilungdestierischen Altertums" oder Paläozoikums ermöglicht. Daßaber auch im Herzen Europas eine Silurentwickluug von außer-ordentlicher Mächtigkeit und Vielseitigkeit der tierischen Einschlüssebestehe, wurde erst seit 1846 bekannt. Es war BarrandesLebenswerk, das böhmische Silur uach allen Richtungen hin zudurchforschen, wobei sich ihm als Leitfossilien wertvollster Art diezu den Krebstieren gehörigen, an einer eigentümlichen Dreiteilungdes Körpers erkennbaren Trilobiten darboten. Das Devon über-trugen Beyrich und vor allem Roemer nach Deutschland , wo esam Rhein, in Westfalen und im Harzgebirge mächtig ansteht.Auch im Vogtland erkannte man silurische und devonische Bildungenam Vorkommen der noch immer einigermaßen rätselhasten Grap to-llt hen. Die Detaillierung der belgischen ältesten Schichten durchDumont war zwar eine sehr feine gewesen, allein leider hatteder von einem gewissen stratigraphischen Lokalpatriotismns beseelteForscher es unterlassen, die Vorkommnisse seines Vaterlandes zudeneu anderer Länder in Beziehung zu setzen. Verhältnismäßigglatt vollzog sich Abtrennung uud Hauptgliederung bei der Kohlen-formation, deren Teilung in zwei große Stockwerke sich frühherausstellte. Mit v. Dechen wird das untere als Kohlenkalk,das obere als produktive Steinkohlenformation zu bezeichnensein. Den ersteren, sür den auch die Regionalbezeichnuug Kulmgebraucht wird, hat der Belgier L. G. de Koninck (18091887)