404 XIII. Die Astronomie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts,
welcher der Sonnenball eine einmalige Umdrehung um seine Achseausführt, aus 25,3 Tage angesetzt werden. Daß dieser Zeitraumsich auch iu gewissen Prozessen, die sich auf unserer Erde ab-spielen, gewissermaßen abspiegelt, wird ein späterer Abschnitt aus-zuführen haben.
An die Möglichkeit des Borhandenseins eines intramerku-riellen Planeten, für den vorsorglich auch gleich der NameVulkau auftauchte, war schon vor längerer Zeit gedacht worden,und auch der negative Ausgaug von E. Herricks (1811 —1862)Absuchung der nächsten Umgebung der Sonne brachte noch keineEntscheidung. Im Gegenteile bekam der alte Verdacht neue Nah-rung durch Leverriers Mitteilung (1859), die bekannte Venus-masse reiche nicht aus, um die Störungen des Merkur in seinerBahn richtig darzustellen, so daß wohl an einen störenden Körperin größerer Sonnennähe zu denken sein möchte. Als der ArztE. M. Lescarbault (geb. 1814) von jenem Berichte Leverriersan die Pariser Akademie Kunde erhalten hatte, eröffnete er dieserKörperschaft, daß er im März gedachten Jahres einen kreisrundenFleck auf der Sonne beobachtet habe, der recht wohl der Planetoder vielleicht einer aus einer ganzen Planetoidenkette sein könne.Der Entdecker des Neptun pflichtete vollkommen bei, und für einigeZeit schien Vulkan ein vollberechtigtes Glied des Planetensystemesgeworden zu sein. Allein da er sich niemals bei einer totalenSonnenfinsternis zeigen wollte, so wurde man wieder an seinerExistenz irre, und zudem hat nachmals I. Bauschingers Revisionder Bahnelemente des Planeten Merkur es sehr wahrscheinlich ge-macht, daß Leverrier bei seiner analogen Arbeit von teilweiseunrichtigen Voraussetzungen ausgegangen ist.
Als sehr nahe zusammengehörend und einander in allen phy-sischen Beziehungen verwandt sind stets die beiden unteren PlanetenMerkur und Venus aufgefaßt worden; ein Element der Über-einstimmung ist namentlich auch durch das Fehlen von Neben-planeten gegeben. Zwar der Venusmond spukt noch ab und zuals Gespenst in der planetarischen Astronomie, und wirklich erhelltaus den Nachweisungen, die F. Schorr (in Danzig ) im Jahre1875 und P. Stroobant (in Brüssel ) im Jahre 1887 gegeben