Vierzehntes Kapitel.
Die Astrophysik.
In der ersten Hälfte des Jahrhunderts waren die Vorbedingungenzum Ausbau einer selbständigen Astrophysik noch nicht gegeben;wohl erklingt gar nicht selten das Wort physische Astronomie,allein was man darunter verstand, war etwas ganz anderes, näm-lich die Zurückfuhrung der himmlischen Vewegungserscheinungenauf das Newtonsche Gesetz der allgemeinen Schwere. Noch warman fast ausschließlich auf das Fernrohr allein angewiesen, dochsoll nicht außer acht gelassen werden, daß auch dieses wertvolleEinblicke in die Natnr des Sonnenkörpers vermittelt hat. AlsEinleitungsperiode soll demnach der Zeitraum hier zunächstzur Besprechung gelangen, in den die Begründung der modernenSonnenphysik dnrch S. H. Schwabe (1789—1875) fallt.
Der Dessauer Apotheker, ein Liebhaber der Wissenschaft indieses Wortes edelster Bedeutung, hat fast genan ein halbes Jahr-hundert steter Beobachtung der Sonne gewidmet. Er war ja frei-lich nicht der erste, der konsequent Beobachtungen des Tages-gestirnes anstellte, aber kein anderer that es in solchem Ausmaßeund nach so gründlich durchdachtem Plane. Seine Beobachtuugs-register waren, wie uns der mit Schwabe kraft gemeinsamerInteressen in inniger Freundschaft verbundene R. Wolf mitteilt,derart eingerichtet, daß er für jeden Monat und für jedes Jahraufzuzeigen in der Lage war, wieviele Fleckeugruppeu in dem frag-lichen Zeitabschnitte sichtbar gewesen waren. So entstand eineSonueustatistik, ans der, falls überhaupt iu dem, was man als