Entdeckung der Periodizität der Fleckenfreqncnz,
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sondern von einer terrestrischen Erscheinung, die zu jenerzunächst auch nicht iu dem entferntesten Abhängigkeitsverhältnissezu stehen schien. Vom Jahre 1845 an hatte Lamont in Bogen-hauseu deu Tagesgang der magnetischen Deklinationsnadel auf-merksam verfolgt und gefunden, daß die mittlere tägliche Be-wegung der Nadel keine konstante ist, sondern im Lause derJahre Verstärkuugeu uud Verringerungen ausgesetzt erscheint.Eine ebenfalls beiläufig zehnjährige Periode hielt er für das besteMittel, die Veränderungen zutreffend darzustellen, und ganz aufdenselben Zeitraum verfiel fast gleichzeitig Sabine, indem er dieEintrittszeiten der magnetischen Störungen auf ihre chrono-logische Anordnung prüfte. Da uun Wolf zu Beginn der fünf-ziger Jahre, als die Resultate des deutscheu uud des britischenForschers bekannt wurden, mit sich bereits über die Periodizitätder Fleckenwiederkehr im Reinen war, so gab er der glücklichenInspiration Raum, die Zahlenreihen von Lamont und Sabinemit seinen eigenen zu vergleichen. Auch eiu anderer Schweizer ,A. I. Gautier (1793—1881), war um die gleiche Zeit zu völligder gleichen Entdeckung gelaugt; die vorläufigeu Mitteilung?», welchevon beiden jeweils den Naturforscheudeu Gesellschaften von Bern und Genf gemacht wurden, erfolgten 1852 mit einem Zeitunter-schiede von nur wenigen Tagen nnd in voller gegenseitiger Un-abhängigkeit. Wolf griff jedoch mit der ganzen Thatkraft seinesTemperamentes die Sache nnn gleich in der größten Allgemein-heit an, indem er bei allen alteren Sonnenbeobachtern, von derals Quellenwerk noch jetzt sehr zu achtenden „ü-oss, Ilrsing,"Ch. Scheiners aus dem Jahre 1630 angefangen, das einschlägigeMaterial zusammensuchte und kritisch auf seine Verwendbarkeitfür das ihm vorschwebende Ziel analysierte. Die Periode derSonnenfleckenhänsigkeit muß uach Wolf auf 11,111 Jahreangesetzt werden. Seit dem Schlüsse des Jahres 1852, iuwelchem dieser wichtige Fund der Öffentlichkeit zuerst vorgelegtward, hat der schweizerische Astronom, der einige Zeit später vonBern nach Zürich bernsen und hier durch deu Bau eiuer ueueuSternwarte zur Betreibung seiner Forschungen im größeren Stileermächtigt wurde, kein Jahr vorübergehen lassen, ohne nene Daten