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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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sechzehntes Kapitel.

Licht, Magnetismus und Elektrizitätin der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

Die Optik, mit der wir beginnen, zerfiel den Anschauungender Fresnelschen Epoche zufolge in zwei voneinander ziemlichunabhängige Teile; es gab eine geometrische und eine Physi-kalische Optik. Im großen uud ganzen kann diese Einteilungauch in der Gegenwart noch bestehen bleiben; nnr greift in derzweiten Abteilung wieder eine Unterklassifikation Platz, indem zu-nächst ausschließlich die Bewegung der Lichtwellen ins Augegefaßt und dann erst gefragt wird, welcher Art diese Wellenseien. Unsere Skizzierung des geschichtlichen Werdeganges wirdsich gauz natürlich diese drei Gruppen zur Richtschnur nehmen;wir handeln zuerst von den geradlinigen Lichtstrahlen, sodann vondenjenigen Erscheinungen, welche, wie wir früher sahen, die Ver-drängung der Emanationstheorie durch die Undulations-theorie erzwaugen, nnd nachdem wir uns weiterhin, ohne Rück-sicht aus optische Verhältnisse zu nehmen, mit den polaren Kräftenbeschäftigt haben, kehren wir zur elektromagnetischen Licht-theorie nnd zu den erst in allerneuester Zeit auf die wissenschaft-liche Tagesordnung gesetzten außergewöhnlichen Strahluugs-phänomenen zurück. Möglicherweise sehen wir uns alsdann auchzu einer gewissen Rehabilitierung der korpuskularen Ab-schleuderen gstheorien genötigt.