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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Anfänge der Elektrotechnik.

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maschinelle Arbeitsleistung der Elektrizität. Bei jedemEinzelfalle muß unterschieden werden, welche Aufgabe der elek-trischen Kraft übertragen ist, ob sie als Generator oder alsTransformator zu wirken hat. Wenn wir den mechanischenProzeß, der sich bei jeder Krnftnmwandlung, somit in allen Fabrik-anlagen, abspielt, in seine einzelnen Teile zerlegen, so nehmen wirwahr, daß dreierlei nicht entbehrt werden kann, daß vielmehr stetsvorhanden sein müssen: Erstens ein mechanischer Motor alsAnfangsmaschine, der durch niederfallendes Wasser, Dampf,Gaskraft, Venzinexplosion, oder wie immer die Urkraftauelle geartetsein möge, Bewegung erzeugt; zweitens eine dynamoelektrischeZwischenmaschine, kurz gemeiniglich Dynamo genannt, mittelstderen gewöhnliche mechanische Arbeit in Strom umgesetzt wird;zum dritten endlich die wiederum dynamoelektrische End-maschine, mittelst deren die Energieform des Stromes unter derveränderten Gestalt mechanischer Arbeitsleistung sich bethätigt.Daß bei den einzelnen Transformationen Energie zwar nicht geradeverloren geht, was ja grundsätzlich unmöglich ist, wohl aber fürZwecke verbraucht wird, die mit demjenigen, den der Mensch mitseiner Maschine anstrebt, nicht in Zusammenhang stehen, verstehtsich ganz vvu selbst, aber es ist eben den Elektrotechnikern derneuesten Zeit gelungen, dieses Praktisch nutzloseAbtropfen vonEnergie" auf ein äußerst niedriges Maß herabzudrücken und soder durch Elektrizität betriebenen Maschine vor der durch Dampfbetriebenen in sehr vielen Fällen einen entschiedenen Vorspruugzu sichern.

Die magnetelektrische Maschine von Siemens k Halste,die also den Neigen anführt, erzeugte in der Art und Weise, wiewir dies bei dem Apparate vou Pixii kennen gelernt haben,sogenannte Wechselströme; so nennt man die in außerordentlichrascher Folge sich gegenseitig ablösenden und eine entgegengesetzteRichtung enthaltenden Jnduktiousströme Schließungsstromund Offnungsstrom, deren rascher Wechsel durch Eiuschaltungeines Rheotomes, etwa des Wagn ersehen Hammers, erreicht wird.Um den Wechselstrom in Gleichstrom überzuführen, ist einKommutator erforderlich. Das Siemens sehe Prinzip fand sofort