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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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646
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646 XVI, Licht, Magnetismus u, Elektrizität in der 2, Hälfte d, Jahrhunderts,

ordnung, daß der Aufgeber einer Photophonischen Depesche gegenein biegsames Metallspiegelchen spricht, auf dem durch eine Sammel-linse Licht konzentriert wird. Zurückgeworfen, lassen sich diesezentrischen Strahlen durch eine ganz gleiche Sammellinse wiederin ein Parallelstrahlenbündel umwandeln, welches am Empfangs-orte von einen: Hohlspiegel gesammelt wird. Im Brennpunktebefindet sich eiue Selenzelle, die ebenso wie ein ans Ohr gelegtesTelephon dem Stromkreise einer Batterie angehört. Das licht-empfindliche Metall übermittelt die ihm dnrch die Lichtstrahlenbeigebrachten Veränderungen seines elektrischen Zustandes demDrahte, und dieser bringt das Eisenplättchen des Telephons inSchwingungen, welche der Empfänger abnimmt. An Stelle derDrahtleitung ist die Lichtleitung getreten.

Wenn wir damit unseren gedrängten Überblick über die Aus-gestaltung der moderneu Elektrotechnik im weiteren Sinne desWortes abschließen, so müssen wir doch noch einen keineswegsgleichgiltigen Nachtrag solgen lassen. Derselbe bezieht sich aus dieelektrischen Maßeinheiten, die seit einer Reihe von JahrenGemeinbesitz der ganzen gebildeten Welt geworden sind, fv daßjede Unsicherheit der Maßbestimmnng vermieden wird. Mit denelektrischen Ausstellungen, wie solche 1881 in Paris , 1882in München, 1883 in Wien, 1891 erwähntermaßen in Frank-furt a. M. stattgefunden, wurden auch internationale Fach-kongresse verbunden, und ein solcher trat auch, unabhängig voneiner Ausstellung, 1889 in Paris zusammen. Hier wurden dieendgiltigen Festsetzungen getroffen, die wir kurz zu verzeichnenhaben, indem wir einleitend bemerken, daß nur das Gramm,das Centimeter nnd die Zeitsekunde als Einheiten Ver-wendung finden dürfen; man nennt das cm sse) System dasabsolute, wie wir bereits im sechsten Abschnitte erfuhren, als wirGauß' Verdienste nm die Lehre vom Erdmagnetismus skizzierten.Als Dyne (von 6i^c-.«ts, Kraft) wird die Kraft bezeichnet, welcheder Masse von 1 A in 1 sso eine Beschleunigung von 1 einteilt.Alle konkreten Einheiten tragen die teilweise abge-kürzten- Namen der berühmten Physiker, welche diebetreffende Präzisionsmessung ermöglicht oder gefördert