Druckschrift 
Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
Seite
717
Einzelbild herunterladen
 

Sodasabnkatwn; Abraumsalze.

717

diese sogar weit übertreffe. Erst I. S. Muspratt (1821 bis1871, gelang die völlige Beseitigung des alten Vorurteiles, uuddie Bereitung der besonders leistungsfähigen Ammoniaksodadurch E. Solvay drängte allmählich das ältere Versahren zurück.Für die Geminuuug größerer Masseu von Schwefelsäure warnatürlich die Ermittlung ihrer chemischen Zusammensetzung durchElement und Deformes erste Vorbedingung; hierauf setzten dieArbeiten von F. R. v. Weber (1329 1894), K. Winkler,

G. Lunge (geb. 1839) ein, und die rein technische Seite, welchebereits mit der Einsührnng des Bleikammersystemes (18V7)in eine neue Etappe eingerückt war, gewann noch mehr durch dieErbauung der nach ihren Erfindern so genannten Gay-Lnssac- und Glover-Türme, hoher rechtwinkliger Prismenaus Blei, deren Jnnenraum Gitter aus säurebeständigen Ziegelnausweist, und in welche die heißen Gase von unten her einströmen.Für die Verwertung der st gase hat Winkler vor ungefährzwanzig Jahreu neue Wege gewiesen. Anch die bisher nur sub-sidiär ausgenützte schweflige Säure hat sich eiue höhere Beachtungerrungen, seitdem man sich ihrer znr Herstellung von Sulsit-eellulose im großen bedient.

?ie Salzsäure findet ihre Ausnützuug vorwiegend bei derBereitung von Chlorkalk. Die Darstellung von Chlor leitete

H. Deacon (18221876) im Jahre 1872 in neue Wege, währendauch siir Brom statt der älteren, nur geringe Quantitäten lieferndenExtrahiernng aus dem Meerwasser verbesserte Methoden ausgemitteltwurden. Insbesondere wies A. Frank in den Staßfurter Ab-raumsalzeu, mit deren konsekutiv in Schichten erfolgendemNiederschlage aus dem tertiären Meere sich R. Pfeiffer undneuestens van t'Hosf beschäftigt haben, ein Material nach, demjenes Element weit bequemer eutuommeu werden kann. Aber auchdie Gewiuuung von Salpetersäure nahm stattliche Dimensionenan, seitdem man die Kalisalzlager von Staßsnrt und Leopoldshallzur freien Verfügung hatte. Namentlich wird ja aus dem geo-logisch jüngsten Stoffe, dem Kainit (xm^-, neu), und dem inAbschnitt X erwähnten Carnallit der künstliche Dünger ge-wonnen, der in seinen Wirkungen dem aus der Wüste Atacanna