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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Arktis und Antarktis ,

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meister (18071892), L. Brackebusch, der Autor einer schvuausgeführten geologischen Karte des Staates, und Ameghinonicht bloß in den Elementen skizziert, sondern teilweise sehr genauerforscht, Brasilien übertrug dem Nordamerikaner O. A. Derby(geb. 1851), dem längere Zeit der Böhme F. Katzer zur Seite staud,eine Landesaufnahme, an der noch rüstig gearbeitet wird, und fürdie großenteils von Deutschen besiedelten Südoststaaten der großenRepublik war und ist H. v. Jhering thätig. Unsere Einsicht in dieVerhältnisse Guyanas stützt sich der Hauptsache uach auf die vonI. G. Sawkins (18061878) im Jahre 1871 mitgeteilten Be.vbachtungen.

Die Stratigraphie und Tektonik der antarktischen Welt suchte1886 H. Reiter, freilich nicht ohne Widerspruch seitens Tietzesund Bittners, in einheitlichem Bilde darzustellen. Was von derarktischen Zone zu sagen ist, deckt sich mit den im vorigen Ab-schnitte enthaltenen Angaben. Wir wollen nur hinzufügen, daßüber die Geologie von Spitzbergen A. G. Nathorst (geb. 1850),über diejenige der Bären-Insel G. De Geer ausführlich gearbeitethaben. Island fesselt sast ausschließlich den Vulkanologen und denGletscherforscher; Sartorius v. Waltershausen , N. Bunsen,F. Zirkel (Abschnitt XX), A. Helland, K. Keilhack liefertenwichtige Beiträge zur Kenntnis der Insel, die auf die Jahre1847, 1851, 1861, 1885 und 1886 entfallen. Th. Thoroddsen ,geborener Isländer, ist seit Jahren für die Landeskunde seinerHeimat mit dem rühmlichsten Eifer eingetreten. Zur allgemeinengeologischen Orientierung ist aber noch immer das zu wenig be-kannt gewordene WerkIsland ; der Bau seiner Gebirge unddessen Boden" (München 1863) von G. G. Winkler (geb. 1820)zu empfehlen.

Hiermit ist unser Rundgang durch die Länder der Erde be-endigt, und wir sind in die Lage versetzt, von den ErruugenschafteuAkt zu nehmen, welche eine so unermüdliche und in sehr vielenFüllen auch zielbewußt organisierte Feldarbeit mit sich bringenmußte. In der That ist man am Ende des 19. Jahrhunderts soweit gekommen, mit leidlicher Bestimmtheit auszusagen, wie sichdie Anordnung der Schichten auf einem sehr großen

Günther, Anorganische Naturwissenschaften. 53