Moderne rmlknnistische Theorien.
851
Die theoretischen Anschauungen über das Wesen der vulka-nischen Phänomene haben sich seit v. Bnchs Ableben vielfachgeändert, obwohl, wie wir schon andeuteten, seine zeitweise ganzverworfenen „Erhebungskrater" durch die, zumal in Nordamerika ,zahlreich nachgewiesenen Lakkolithen („Höhlensteine") eine gewisseEhrenrettung gesunden haben. Diese durch Jntrnsivmassen bewirktenSchichtauftreibungen, von denen sich die Batholithen („Tiefen-steine") mehr nur durch den minder energischen Auftrieb desMagmas unterscheiden, wurden zuerst von K. G. Gilbert (geb. 1343)und dann von C. Ehrlich, R. Peale und W. Croß untersucht,und E. Sueß sicherte ihnen ihre Stelle im Systeme, indem erdarauf hinwies, daß die Natur aus den Lakkolithen durch Bildungeiner Denudationsreihe nicht selten homogene Vulkane mache.Der Gegensatz zwischen diesen und den Stratovulkanen ist inden neueren Vulkanistischen Gesamtdarstellungen, wie solche vonCh. Velain (1884), Judd (1888), Dana (1890), H. Reusch(1893) geliefert worden sind, größtenteils anerkannt worden, wenn-gleich auch gegenteilige Stimmen laut wurden, wie denn auch dieLakkolithenbildung gelegentlich, so z. B. von dem durch seinen„Beitrag zur Physik der Eruptionen und Eruptivgesteine" (Wien 1877), sowie durch seine Spezialschrift über die Euganeen (Wien 1877) vorteilhaft bekannt gewordenen Wiener Geologen E. Reyer(geb. 1849) ganz anders aufgefaßt wurde. Die Bulkantheorie derJungneptunisten O. Volger und F. Mohr, die besonders diemechanische Wärmetheorie als Eideshelferin dafür ins Gefechtführten, daß unterirdische Einbrüche furchtbare Hitzegrade zur Folgehaben müßten, konnte schon gegenüber den einfachen arithmetischenEinwänden von F. Pfaff („Die vulkanischen Erscheinungen",München 1871) auf allgemeiuere Anerkennung nicht hoffen. Da-gegen verdient R. Mallets (1810—1881) Ansicht, daß erstdnrch große tektonische Umbildungen innerhalb der Erd-kruste das vorher noch nicht vorhanden gewesene Magmagebildet und dann auch gleich zum Ansfließen als Lavaveranlaßt werde, zwar nicht für die Gegenwart, aber doch fürdie geologische Vergangenheit mit ihren zahllosen Quellknppen
vollste Beachtung, und daran ändern die teilweise gewiß geglückten
54*