Gletscher; Binneneis; Eisgrottcn.
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für diese anscheinend ganz regellose Bewegungsform verwertet. Desgleichen Autors Identifizierung von Innen- nnd Oberflächen-moränen wird sich aus jener Auffassung als uuabweislickMKvrollar ergeben.
Als bemerkenswerte Analogien des europäischen Gletscherphänomenes, welches sich übrigens auch im alpiueu Typus audcrsals im skandinavischen offenbart, sind der von Güßscldt undL. Brackebusch beschriebene Büßerschuee („nieve xeniteirts") derargentinischen Kordilleren, die aus den Reiseberichten v. Midden-dorffs uud F. v. Wrangells (geb. 1844) bekannten sibirischenTarinne und das tief im Boden geognostische Schichten bildendeSteineis zu betrachten, „fossiles" Eis, über welches Dall,N. Bunge (geb. 1842) und vor allem E. v. Toll spannendeMitteilungen gemacht haben. Den Gletschern nur in seinen Außen-partien vergleichbar, iu seiner Hauptmasse aber bewegungslos istauch das durch die Reiseu v. Nordenskiölds nnd Nansens(Abschnitt XXI) genauer bekannt gewordene grönländischeBinneneis. E. v. Drygalskis Reisewerk („Grönland-Expeditionder Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1891—1893", Berlin 1897)giebt für das Studium der Physik dieses echt paläokrystischeuEises ganz neue Direktiven, welche einen lebhaften Meinungsaus-tausch in Fachkreisen hervorgernfen haben. Der Glazialforscherdarf endlich auch uicht Umgang nehmen von den Eishöhlen,deren Eigenschaften G. B. Schwalbe igeb. 1841), der eifrigsteArbeiter auf diesem Gebiete, wesentlich aus die Wärmetönungdes durch Felsritzen einsickernden meteorischen Wassers zurück-zusühreu geneigt ist. Dagegen treten Ed. Richter und E. F. Fngger(geb. 1842), der gründlichste Kenner alpiner Eisgrotten, Eis-leiten und Windröhren, entschieden dafür ein, daß daS Eislediglich die Folge der in der stagnierenden Luft nicht zu ver-scheucheudeu Kälte sei, und H. Crammers stetig fortgesetzteTemperatur- und Feuchtigkeitsmessungen in einer besonders aus-gezeichneten Höhle (1899), die auch gelegentlich einmal eisfreiwird, bestätigten diese Annahme. Das Höhleneis selbst ist nachH. Lohmann sogenanntes Wabeneis, von eigentümlich zelligemGefüge.