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anten etwas zn wissen, und die Folianten sind zu ihrenVorgängern versammelt.
Nicht als ob aus sorgfältig gesammelten Beobachtungenüber Vergangenes nicht etwas zu lernen sei über die Ur-sachen des Geschehenen und als ob nicht aus solcher Ein-sicht manches zu lernen sei für das Verhalten in der Zukunft.Aber zu lernen ist daraus, wenn irgend etwas, hauptsächlichwas man nicht thun, was mau an Fehlern vermeiden soll.Diätetik ist auch hier der Gesuudheitskunst besserer Teil.Oder hat vielleicht die Untersuchung der großen nnd kleinenKrisen, welche Handel und Gewerbe seit Anfang dieses Jahr-hunderts durchgemacht habeu, auch nur die Klügsten undBestunterrichteten jemals in den Stand gesetzt, auf einigeWochen voraus zu sagen, wann eine Krisis eintreten oderwann eine zu Ende gehen werde? In Hunderten vonBänden sind die Enqueten niedergelegt, gelehrte und un-gelehrte Bücher ohne Zahl sind darüber geschrieben worden.Wer sie alle gelesen und im Geiste gegenwärtig hätte, ver-möchte wahrscheinlich nicht einmal in dunklem Ahnungs-vermögen bevorstehender Wendungen den Einzelnen zu über-treffen, der in der praktischen Führung eines einzigen Ge-schäftszweiges mit seinem durch den Kampf ums Daseinausgebildeten elementaren Spürsinn das Nahen gewisserVeränderungen herausfühlt. Und darin liegt auch garnichts Unnatürliches. Es erklärt sich einfach aus der Un-endlichkeit des mannigfaltigen Lebens, dem die Kombi-nationen der wechselnden Erscheinungen entspringen. Dieseunendlichen Kombinationsmvglichkeiten sind es, die jederVorausberechnung auf einigermaßen längere Entfernung inZeit und Raum spotten. In dem Maße, als der Schau-platz des Getriebes von Handel und Gewerbe sich über denErdkreis ausgedehnt, sich technisch vervollkommnet und inimmer schnellere wie engere Berührung gesetzt hat, sind diese