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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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Staaten eingeladen werden sollen, an einer internationalenKonferenz wo möglich auch noch auf dem bevorstehendengroßen Konflux zu Chicago teilzunehmen, um jeneMiuenbesitzer von ihren Schmerzen auf Europas Kosten zukurieren.

Im Folgenden sei mit ganz wenigen Strichen derGang der Münzgesetzgebung der Vereinigten Staaten ge-zeichnet, soweit dies zum Verständnis der letzten Ereignisseunentbehrlich ist.

Während des Sezessionskrieges hatte bekanntlich Papier-geld eingeführt werden müssen, Llrssudaolvs genannt. SeitBeginn der siebziger Jahre ging das Streben dahin, zumHartgeld zurückzukehren, und durch Kongreßakte vom12. April 1873 geschah der erste Schritt dazu. Durchdiese sowie durch eine ergänzende Verfügung von 1874wurde die bis dahin gesetzlich in Kraft gewesene Doppel-währung beseitigt, die Ausprägung von Silberdollars aus-drücklich untersagt und bestimmt, daß bei Zahlungen nichtmehr als fünf Dollars in Silber angenommen zu werdeilbrauchten. Dies vollzog sich um so leichter, als damalskein Silbergeld im Umlauf war. Als bald darauf, undbesonders seit dem Jahre 1876, das Silbermetall stark zufallen begann, wurde eine Agitation zur Abänderung dieserGesetze immer lebhafter betrieben. Ihren größten Erfolgsetzte sie mit der bekannten Blandbill durch, so genanntnach dem Manne, dessen Name auch in diesen letzten Tagenwieder an der Spitze des Silberantrags stand (die Bland-bill wird auch oft nach dem Namen des Senators Allisongenannt, der ihre Sache im Senate geführt hatte). Ur-sprünglich war der Endzweck schon damals auf freie Silber-prägung wie heute gerichtet. Doch scheiterte dieser Plan,und man beschied sich zu der Vorschrift, daß jeden Monatvon Staatswegen wenigstens für zwei Millionen und