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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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Zu wiederholten Malen hatte man von Amerika aus dasTerrain in Europa auf solch eine Zumutung hin versucht,aber vergebens. Noch im vorigen Jahre erklärte PräsidentHarrison in dürren Worten offiziell, daß seine Anfragennirgends Gegenliebe gefunden hätten. Und jetzt sollte eineuropäischer Staat, sollte gar England oder Deutschland für ein solches Experiment zu haben sein! Nach diesenVorgängen zu Washington ist es doch so fulminant deut-lich geworden, daß die treibende Kraft der Silberbewegungnur noch in gewissen amerikanischen Sonderinteressen wohnt,und den Staatsmann möchte man sehen, der nach einigerBekanntschaft mit diesen letzten Verhandlungen noch Lusthätte, die Geldverfassung seines Landes mittelst eines Ver-trags an alle Kunstgriffe der Silbermänner zu schmieden.Nein, jetzt heißt es ein für allemal:Taschenspieler, Du wirstkeinen Geist mehr rufen!"

Eine Folge dieser Entscheidung ist auch, daß die Aus-sichten Clevelands für die Präsidentschaft ganz gewaltig ge-stiegen sind. Der aber ist ein abgesagter Feind aller un-ehrlichen Wirtschaftspolitik.

So hat sich im Laufe von anderthalb Jahren zwei-mal dieselbe Erscheinung wiederholt, daß Vernunft und Ge-wissenhaftigkeit nach heißem Kampfe auf dem Gebiet dergroßen Republik wieder zu Ehren gekommen sind. Der Siegder Schutzzöllner rief die Gegenwirkung der Wahlen her-bei, die sie im Sturm hinwegfegte. Und jetzt sind dieSilbermänner, welche gerade auf diesen Wahlsieg ihre Hoff-nung gesetzt hatten, auch zu Schanden geworden. Es liegtetwas sehr Tröstliches darin, daß trotz aller Verwilderungund Willkür, welche ein volles Maß von Freiheit undKraft in der Gesetzgebung dieses modernsten Gemeinwesensentfesselt hat, schließlich die gesunde Einsicht immer wiederdie Oberhand bekommt. In ähnlichen Zuständen sagte ein-