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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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hunderts in Deutschland nur wenige Eisenhütten und Zechenbestehen das älteste Werk des Rheinlandes, die Gutehoff-nungshütte wurde 1808, die Firma Krupp als zweites Unter-nehmen 1810 gegründet, nimmt die Errichtung dieser Werkevon den vierziger Jahren an ständig zu. Jetzt werden der HörderVerein, der Bochumer Verein, das Hasper Eisen- und Stahl-werk, der Phönix usw. ins Leben gerufen. Aber erst die Be-gründung des Reichs führt zu neuem Aufschwung. So ent-stehen die Werke von Thyssen, von Hösch, die RheinischenStahlwerke, die Gewerkschaft Deutscher Kaiser usw. An derEntwicklung der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie habenJuden keinen Anteil. Erst in den letzten Jahren ist dort einMann jüdischer Abstammung als Organisator der rheinischenBraunkohlen Wirtschaft immer stärker hervorgetreten, Dr. PaulSilverberg. Den Weg vom Händler zum Fabrikanten ging dieFirma Otto Wolff, deren Mitinhaber Ottmar Strauß ein Jude ist.

Dagegen sind in Oberschlesien die Juden die Schöpfer derSchwerindustrie geworden. Schon im siebzehnten Jahrhundertwerden dort von der Beuthener Standesherrschaft der GrafenHenckel Juden als Verwalter der Erzgräbereien und Galmei-gruben verwendet. Nach der Emanzipation gründen sie Gewerk-schaften und sichern sich Beteiligungen an den Gruben. MoritzFriedländer, dessen Vater David Friedländer als Besitzer einerLederfabrik selbst schon zu den Fabrikanten gehörte, gründetmit den Kaufleuten Mannheimer und Löwy die Minervahütte.Sein Sohn Otto Friedländer errichtet Ende der sechziger Jahredie Heinitz-Grube und die Moritzhütte, die heute als Julien-hütte das größte Werk Oberschlesiens darstellt. Heinrich undAloys Kern schaffen die Herminenhütte bei Laband, an dersich ihre Neffen Georg und Oskar Caro beteiligen, die schließ-lich eine Drahtfabrik in Gleiwitz erbauen. Auch die Huld-schinskys und Pringsheims gehören zu den Förderern der ober-schlesischen Industrie. Die Nachkommen dieser Gründerfamiliensind heute längst nicht mehr an diesen Unternehmungen, diemeistens in der Oberschlesischen Hüttenwerke A. G. zusammen-gefaßt sind, beteiligt. Fritz von Friedlaender-Fuld und EduardArnhold werden zu Pionieren der oberschlesischen Produkte.