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Nathan Rothschild, der im Jahre 1819 eine Emission von12 Millionen Pfund englischer Staatsanleihe durchgeführt hat,schließt ein Jahr später mit der österreichischen Regierung zweiLotterieanleihen in Höhe von insgesamt 48 Millionen Guldenab. Diese Rothschild-Lose, deren sich sofort die Spekulation be-mächtigt, werden der „Gegenstand heftiger Angriffe“, besondersauch wegen aller möglichen Künste, die man bei ihrer Ein-führung anwendet. Aber „erst jetzt fand das börsenmäßigeZeitgeschäft in Deutschland, zunächst namentlich auf der LinieFrankfurt-Augsburg-Wien starke Verbreitung“ (Ehrenberg).Zur Vermittlung dieser Anleihe war S a 1 o m o n Rothschild nachWien gegangen. Da es den Juden verboten war, in ÖsterreichHäuser zu erwerben, bleibt er im Hotel zum Römischen Kaiser,dem vornehmsten Hause Wiens, bis ihn die Stadt Wien 1842 zuihrem Ehrenbürger ernennt.
In Österreich werden die Rothschilds immer unentbehrlicherfür die Staatsfinanzen. In keinem Lande Europas bedient mansich so sehr ihrer Hilfe wie hier. Salomon Rothschild tritt zuMetternich in ein besonderes Vertrauensverhältnis, er wird auchsein Privatbankier, so gehört er zu den Hauptstützen der Metter-nichschen Politik. Wie in Österreich sind die Rothschilds überalldie Helfer der konservativen Mächte. Salomon in Wien als Vor-kämpfer der Metternichschen Reaktion, James in Paris als Freundder Bourbonen. Metternich nutzt das enge Verhältnis zwischenden Brüdern, um durch ihren Einfluß seiner Politik in Europadie Wege zu ebnen. Als sich in Italien die Revolution erhebt,mit dem Bestreben, alle Italiener zu einigen, rüstet Metternichzu einer Strafexpedition und veranlaßt, daß das Haus Rothschildsie finanziert. Karl Rothschild reist, von Metternich berufen,zunächst nach Laibach. Als die österreichischen Truppen inNeapel einrücken, fährt er dorthin, um mit der RegierungNeapels eine Anleihe über 16 Millionen Dukaten abzuschließen.Er war der „persönlich am wenigsten befähigte unter den fünfBrüdern. Er besaß eine geringe Gabe, sich seiner Umgebunganzupassen, war schwerfällig in seinem Auftreten und überstrengin der Einhaltung seiner religiösen, jüdisch-orthodoxen Lebens-regeln. Was ihm zugute kam, war vor allem seine sehr hübsche