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mit hineinzog, so hat ihm seine Zeit unrecht getan, ihn zumalleinigen Sündenbock zu stempeln. Man mag ihn einen Gründernennen, an der eigentlichen Gründerzeit war er unbeteiligt.Ihm hat der Deutsch-Französische Krieg, der andern Reichtumbrachte, großen Schaden zugefügt. Die Hetze, der Strousbergzum Opfer fiel, machte ihn verantwortlich für das Spekulanten-tum und die Skrupellosigkeit der Zeit. In dem Unternehmeraus jüdischem Blut, der sich nach seiner Taufe durchaus alsChrist fühlte, glaubte man den geeigneten Prügelknaben ge-funden zu haben. Diese antisemitischen Neigungen fanden erstrecht Nahrung, als der jüdische Abgeordnete Eduard Lasker inbester Absicht mit seinen Angriffen gegen die Korruption desGründertums auch Strousberg traf.
„Mein Leben ist ein sehr bewegtes gewesen“, so beginntStrousberg das Buch über sein Wirken. In Neidenburg in Ost-preußen wird er am 20. November 1823 geboren. In demselbenHaus, in dem auch sein Vater, sein Großvater und sein Ur-großvater zur Welt kamen. Strousberg ist sichtlich bestrebt, aufdie Vornehmheit seiner Abkunft hinzuweisen, um keineswegsals Parvenü angesehen zu werden. So erzählt er, daß seine Vor-fahren in Ostpreußen zu den wenigen Juden gehörten, die dortals Schutzjuden saßen, daß sie bereits in christlichen Schulenerzogen wurden, und „ihr Bildungsgrad und die Anschauungenschon seit Generationen andere waren, als die ihrer damaligenGlaubensgenossen“. Es sei falsch, „die Juden als alle einer Klasseangehörig zu schildern“. Der unverdiente Haß der Christen-welt habe viele begabte Juden zum Übertritt veranlaßt. DieEmanzipation allein sei nicht genügend; „der Jude als Rassewird erst dann seine wahre Größe zeigen und der Gesellschaftwahrhaft nützlich werden, wenn Haß und Verachtung gegendas Geschlecht aufgehört haben“.
Strousberg erzählt, daß sein Großvater einer der geachtestenund reichsten Männer der Provinz Ostpreußen gewesen sei, derunmittelbar an der preußischen Grenze in Polen ausgedehnteländliche Besitzungen besessen und sie dreien seiner Söhne, denHerren von Rumowsky, hinterlassen habe. Er behauptet auch,daß sein Urgroßvater schon 1726 von den Polen geadelt worden