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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
Entstehung
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die Kraft zu verteilen, einerseits durch Verbesserung der Trans-portmittel, andererseits, indem man es bald lernte, seine Wirkungdirekt auf Entfernungen, die man für große hielt, zu über-tragen . . . Bei weitem überflügelt aber hat der elektrischeFunke den Dampf.. . Was heute auf 175 km und mit16000 Volt Spannung gelingt, wird gewiß in wenig Jahren mit100000 Volt auf weit riesigere Entfernungen ein leichtes sein ...Die großartige Verteilungsfähigkeit der Elektrizität ist es,welche den Versuch der Übertragung auf große, sehr große Ent-fernungen erst so recht zu einem bedeutungs- und wertvollengemacht hat. . .. Die neusten Fortschritte werden uns gestatten,großartige Krafterzeugungszentren an beliebigen Stellen, imBergwerk, an der Meeresküste, um die Ebbe und Flut zu be-nutzen, an den großen Katarakten anzulegen, die dort vorhan-denen, bisher zwecklos vergeudeten Kräfte in nutzbringendeElektrizität umzusetzen, diese in, wir können fast sagen, beliebigenEntfernungen zu verwenden und dort in beliebiger Art zu ver-teilen und zu verbrauchen. Und im Mai 1914 spricht sich Ra-thenau dahin aus, daß es durchaus möglich sei, den ganzen BedarfEuropas an elektrischer Energie an einem Orte herzustellen unddiesen zentral hergestellten Strom über ganz Europa und nochweiterhin zu verwenden.

Die Zeitgenossen haben Emil Rathenau oft einen Phantastengescholten. Denn wenn dieser sonst so nüchterne und klar-denkende Mann sich einmal dazu verleiten läßt, seine Zukunfts-pläne zu entwickeln, dann scheinen seine Projekte ins Reich derFabel zu gehören. Aber Rathenau hat mit eiserner Energie seinZiel erreicht. Wie Moses darf er noch das gelobte Land erblicken:die völlige Umstellung der deutschen Wirtschaft auf die An-wendung der elektrischen Kraft. So gehört Emil Rathenau zuden größten Deutschen des neunzehnten Jahrhunderts.

Wenn Rathenau in seiner mehrfach erwähnten Bankettredevom 31. August 1888 sein Hoch auf Berlin ausbringt,die Stadtder Intelligenz, die darum auch die Stadt des Lichtes werdenmüßte, dann aus dem Grunde, weil dieser Urberliner voll Stolzden Aufstieg seiner Vaterstadt begleitet. Hier wurzelt er mitseiner ganzen Kraft, hierher zieht es ihn immer wieder zurück.