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dort nicht nur Textilien aller Art, sondern auch Schuhe, Korb-und Spielwaren, Glas und Porzellan, sowie Möbel und Teppiche.Mit den in Gera erprobten Grundsätzen setzt sich Oskar Tietzauch hier bald durch. „Ihr müßt mit Eurem Prinzip brechen,an jedem Artikel dick verdienen zu wollen, vielmehr Euch nachder Konkurrenz richten und auf jeden Fall mitgehen, und wennes der Artikel noch gestattet, d. h. nicht schon zum Kostenpreisoder unter demselben verkauft wird, der Konkurrenz vorgreifen.Es rächt sich nichts mehr, als die Leute hochzunehmen“, soschreibt Hermann seinem Neffen, dem er bald nach Münchenfolgt. Jetzt bleiben die beiden unzertrennlich, einander vortreff-lich ergänzend. Hermann, den die Kinder — in München wirdder zweite Sohn Martin und die Tochter Elise geboren — Groß-vater nennen, fühlt sich der Familie seines Neffen Oskar undseiner Pflegetochter aufs innigste verbunden. Beide Sozien führennie getrennte Kassen, beide unternehmen nichts, ohne es mit-einander zu beraten. Ist Oskar impulsiv, ideenreich, immer vor-wärtsstürmend, stets allen Zeitströmungen Rechnung tragend,so zeigt sich Hermann welterfahren, überlegt und bildet dieBremse, wenn der Neffe zu schnell voraneilen will. Trotz allerAnfeindungen, die das Haus Tietz nach seiner Niederlassung inMünchen erleben muß — „man hielt es für unmöglich“, erzähltGeorg Tietz, „daß man auf anständige Weise so billig verkaufenkönne, da müsse Unreellität im Spiele sein“ —, blüht das Ge-schäft so schnell auf, daß man 1894 bereits zwei Grundstückeerwerben kann. Oskar, der inzwischen in Paris Studien getriebenhat, läßt diese Häuser völlig umbauen und zu einem Waren-haus ausgestalten. Der große Lichthof des Hauses, ursprünglichnur ein Notbehelf, findet bei den Käufern die meiste Bewunde-rung. Nach dem Muster des Münchener Hauses werden weitereWarenhäuser geschaffen. Auch in Karlsruhe, Stuttgart, Straß-burg und Hamburg etabliert sich das Warenhaus Hermann Tietz.
Verhältnismäßig spät kommt Oskar Tietz nach Berlin.Hier hatte bereits die Firma A. Wertheim, die zunächst bei ihrerÜbersiedlung aus Stralsund 1885 in der Rosenthalerstraße einSpezialgeschäft für Manufaktur- und Modewaren begründethatte, ungefähr zur gleichen Zeit wie Tietz in München 1894 ihr