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Juden in der deutschen Wirtschaft / Kurt Zielenziger
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wußt fort. Da sein Ressort die Fragen des Geldmarktes, der Börseund der Akkreditierung umfaßt, ist er es, der die Geldpolitikder größten deutschen Großbank entscheidet. Seit GwinnersAusscheiden verfaßt Wassermann die Geschäftsberichte, ist inden Generalversammlungen der Sprecher des Vorstandes, auchgegenüber der Presse; so wirkt er auch nach außen als derRepräsentant der Deutschen Bank. Wassermann lehnt es aberab, alsprimus inter pares bezeichnet zu werden. Besser wirdman ihn als den Weisen im Rate seines Institutes charakterisieren.Denn kein Geschäft von Bedeutung wird abgeschlossen, ohnedaß man ihn hört. Erst wenn er seinen Segen erteilt hat, gilt esals richtig. So zählt Wassermann zu den deutschen Bankdirektoren,die auch im Ausland großes Ansehen genießen. Im Zentral-rat der Reichsbank, im Vorstand des Centralverbandes des Deut-schen Bank- und Bankiergewerbes, ist er einer der Vertreter derGroßbanken. Von 19111918 gehört er der Finanzkommissionder Korporation der Kaufmannschaft, und zwar von 1914 bis1915 als deren stellvertretender und von 1916 bis 1918 als derenVorsitzender an, bis er dann in das Ältestenkollegium Übertritt.

Wassermanns größte Tat als Bankdirektor ist die Durchfüh-rung der Fusion der Deutschen Bank mit der Disconto-Gesell-schaft. Die Schaffung dieses Riesenbankinstitutes, das sich anBedeutung und Schwerkraft den englischen Big Fives und denamerikanischen Milliardenbanken würdig anreiht, läßt sich inihren Konsequenzen heute noch nicht voll übersehen. Sie ent-springt seinem Bestreben, durch eine Rationalisierung auch unterden Großbanken das ökonomische Prinzip zur Anwendung zubringen. Wassermann ist in der historischen Generalversamm-lung seiner Bank am 29. Oktober 1929 der Sprecher. In seinerinteressanten Rede gibt er ausführlich Rechenschaft über die Be-weggründe, die zur Bildung dieser Mammutbank geführt haben.,,Im Geschäftsbericht der Deutschen Bank für das Jahr 1926,so führt er aus,hatten wir (also er selbst) geschrieben: Nichtsist getan worden, um einen Ausgleich für die Zeit zu schaffen, woEffekten- und Konsortialgewinne wieder abnehmen oder gar ver-siegen. Die Unkosten stehen noch immer im ungesunden Verhält-nis zum Bruttogewinn. Die Konzentration der übrigen Wirtschaft,