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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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einer allgemeinen vergleichenden Geographie.

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noch sehr unvollkommenen Beobachtungen im Alpengebirge machte,es ahnen, zu welchen mannichfaltigen Resultaten die nun gleich-sam vollendete Quecksilbcrwage, durch Mathematiker, Physiker,Naturforscher und Künstler, in ihrer Construction und Benutzungführen würde. Ohne sie würde die allgemeine vergleichende Erd-kunde noch in ihrer ersten Unbestimmtheit, die Lehre von der Ve-getation und die von den Climaten ganz isolirt dastehen, die ge-genwärtig, unterstützt vom Hpgro- und Thermometer, in ihren ein-zelnen Wurzeln gegenseitig eine Lehre in der andern, gleichsamihre Exponenten, gefunden haben, so daß wenigstens die rundeSumme der Mannichsaltigkeiten in beiden in ihre Hauptfactorenzertheilt werden könnte.

Jeder einzelne Fortschritt in der Entwickelungsgeschichte die-ses sonderbaren Instruments ist durch gleichzeitige Enthüllung derBegebenheiten in den Erd- und Lust-Geschichten, wie jener Künst-ler das Leben in der Atmosphäre bezeichnete, an Thatsachen quel-lenreich für physicalische Erdbeschreibung geworden.

Die Mariottischen und Voylcschen, durch Townley angestell-ten Untersuchungen über die Barometerschichten führten auf dasverschiedene Verhältniß der Nichtigkeiten der Luftschichten, welcheHalle» zur Entwickelung der Barometerformcln benutzte.

Seit I. A. dc Lucs Alpenreise (1795) wurden Neisebaro-meter zuerst und durch seine Correctionen der Barometerformeldie Lehre der atmosphärischen Temperatur ergiebig für das All-gemeine in der Natur.

Durch M. A. Pictets erste, jahrelang fortgesetzte vergleichendeVersuche (zu Cartigny 1778) zwischen der Erd- und Lufttempe-ratur unmittelbar über der Erdoberfläche, in Stationen von we-nigen Linien und von 5 zu 5 Fuß bis zur senkrechten Erhebungvon 75 Fuß, wurden die wichtigsten Lehren für die Vegetation imAllgemeinen, nämlich die von der Ausdünstung, der Thau- undNebelbildung, der directen und zurückstrahlenden Sonncnwärme inden Ebenen und am Erdboden, überhaupt ihr Verhältniß zumSchatten erläutert, und der erste Aufschluß über das merkwürdigungleiche und doch constante Verhältniß der Wärme- zur Licht-