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Einleitung zur allgemeinen vergleichenden Geographie, und Abhandlungen zur Begründung einer mehr wissenschaftlichen Behandlung der Erdkunde / von Carl Ritter
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Bemerkungen über Vcranschaulichungsmittel

teristische und Individuelle derselben ganz neue Bestimmungen er-halten wird.

Wir verlassen aber diese weitere Durchführung, weil es hiernur darum zu thun war, zu zeigen, wie räumliche Verhältnissebei genauerer Ausmittlung durch Maaß und Zahl zu der Ver-anschaulichung des Wesens geographischer Verhältnisse überhauptführen, die ohne sie unbeachtet liegen bleiben, durch sie aber einenAusdruck für die Sprache und Lehre gewinnen und zu einer, wennman will, erschöpfenden Systematik führen, welche für das sowenig geordnete und fast unüberschlich gcwordne Material geo-graphischer Wissenschaft immer unentbehrlicher zu werden scheint.

Was den dritten oben angegebenen Punct betrifft, die Ver-hältnisse der mittlern Höhen der Bergrücken zu deu Gipfelhöhen,so brauchen wir hier nur im Vorübergehen daran zu erinnern,weil die außerordentlich fruchtbare Betrachtung derselben erst seitkurzem von dem Erforscher dieses Verhältnisses selbst auf die Con-struction der bedeutendsten Gcbirgsmassen der Erde angewendetworden ist, in verschiedenen Abhandlungen über die HochgebirgeIndiens und in dem neuesten Bande der Reise in die Acquiuoc-tialgegenden des neuen Continents, 5. Tb. S. 390 u. f. DasVerhältniß der absoluten Gipfclerhebung, mit dem man sich alsCharakteristik der GebirgSmafsen früherhin ausschließlich zu be-schäftigen pflegte, uud das sich bei Pyrenäen, Alpen , Cordillcrenund Himiilaja in eine wachsende Reihe stellt, wie die Zahlen:1 . . . j'/z . . . 2, und . . . 2'/z, tritt dadurch bei Beurtheilungder wesentlichern Höhenverhältnisse der gesammten Gcbirgsmassenmehr in den Hintergrund, indem die mittlere Höhe der Gipfcl-liuie derselben, oder der Kamm, weit mehr geeignet ist, als Nor-male der Gebirgssysteme eine richtige Vorstellung ihrer Gestaltungzu geben, wozu die Verhältnisse der isolirten Gipfclerhcbung undandere dann erst als untergeordnete Bestimmungen hinzuzufügensind. Das aufgefundene Constructions-Verhältniß jener vier Ge-birgssysteme besteht darin, daß die mittlere Höhe der Gipfcllinieauf den Auden den höchsten Gipfelpunkten der Pyrenäen gleichist, die mittlere Höhe der Gipfcllinie des indischen Hochgebirges