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Flächeninhalt der Erde.
mögen sie auch in dictatorischer Form auftreten. Wenn der be-liebte sprüchwörtlich gewordene (wie so oft von Benzenberg ge-brauchte) Ausdruck „Zahlen entscheiden" einen Sinn haben soll,so müsseu die Zahlen die richtigen sein, was sie aber oft nicht sind.
Es giebt noch andere Methoden die Größenverhältnisse zubezeichne«. Man setzt gewisse Größen als Einheit und giebt diePrnchtheile iu ihrem Verhältniß dazu au. Wem? z.B. A. v.Hum-boldt die Erdoberfläche — 1 setzt, dann nimmt das Meer 0,734,das Land 0,266 ein.
Die entgegengesetzte Methode ist es, ein kleines Maß alsGrundmaß anzunehmen, wie etwa eine Meile, oder einen be-stimmten Flächenraum, wie eine Quadratmeile, und damit dieandern Räume arithmetisch zu bestimmen; dies ist die populärsteund allgemeinste geworden. Für geringe Größen ist sie ainh leichtbegreiflich und behaltbar; bei ihrer Anwendung auf sehr großeRäume von Hunderttauseuden und Millionen hört ihre Anschau-lichkeit freilich fast ganz auf, und ihre BeHaltbarkeit ist schwierig.
In einem Schreiben an Arago schlägt Balachoff vor, liebereine größere Fläche, einen Quadratgrad der Erde l15mal 15 Mei-len, d. i. 225 Quadratmeilen), als Grundmaß für große Erd-räumc zu gebrauchen, deren Multipla sich leichter behalten lassenwürden. Danach würde die Gesammtobcrsläche der Erde 41,1261^ Grade, und das Land 10,850 HZ Grade enthalten, das Meeralso 30,276, und somit das Verhältniß von z zu Z sich demGedächtniß in der Anschauung besser einverleiben.
In Quadratgraden zu 225 IHM. würde Europa 796,18,Asien 3365,46, Afrika 2366,39, die alte Welt 6528,03; Nord-amerika 2000, Südamerika 1447,28, Oceanien 875, die neueWelt 4322,28; alle Erdsläche 10,820 Quadratgrade betragen.Multiplicirt man diese Summe mit dem zweiteu Gruudmaß von225 tllM., so erhält man die Gesammtobcrsläche von 2,441,250 IHM.nach Balachoffs Berechnung.