Druckschrift 
Allgemeine Erdkunde : Vorlesungen an der Universität zu Berlin gehalten / von Carl Ritter
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen
 

Afrikanisches Hochland.

57

Baikal-Sees 1332 Fuß nach A. v. Humboldt (1655 »achEr mau).

Die westliche Mongolei, jenseits des Meridians von Lhassa(92^° O.L. Greenwich ), wo der Tarim zum Lop-See fließt, diehohe Bucharei oder das hohe Turkestan wurden früher auch fürein Hochland gehalten. Neuere Forschuugeu machen diese An-nahme unhaltbar. Weiter unten kommen wir auf die augeregteFrage zurück.

Afrika hat auch Hochländer erster Klasse, die sich jedochnicht zu der enormen Höhe der eben betrachteten zu erheben schei-neu. Wie iu Asieu, so hat auch für Ceutralafrika die frühereHypothese von einem sehr weit verbreiteten Hochlande kolossalerArt durch fortschreitende Beobachtungen manche Beschränkung er-fahren. Für das ?and von 10° bis 4° N.Br. ist es durch B arthuud Vogel entschieden, daß so weit gegen Norden kein Hochlandvorspringt. Das von Mnngo Park erkundete Gebirge Kong, dasman als den Nordabfall einer ceutralen hohen Plateaumasse inAnspruch nahm, ist nicht vorhanden. Die dort wirklich sich er-hebenden Berge in Kong sind keine Kettenzüge, sondern nur. isolirteKegelgruppen von mäßiger Höhe; zwischen ihneu hindurch setzt dasTiefland ungestört sich weiter gegen Süden in noch unbckauntcFernen fort. Wo weiter im Südeu, ob um die äquatorische Mittedes Erdtheils, oder uoch weiter südwärts, das Hochland von Süd-afrika beginne, bleibt noch unermittelt. Denn die von Rebmannund Krapf im Parallel von Mombaza (uuter 1 bis 3° S.Br.)im Juueru des Hochlandes erkundeten und gesehenen SchneebergeKili-Mandscharo und Kenia sind auch nur Riesenberge, abtrkeine Plateanhöhcn erster Klasse. Sie liegen auf einer niedernPlateanfläche von etwa 2000 F., zu welcher Krapf im Jahre 1849hinaufstieg.

Dagegen steigt das Abhssinische Hochland bis zu derriesigen Höhe eines Plateanö der ersten Klasse empor. Unter