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Freistehende Gebirgssysteme.
reichen, nordwärts gehenden Abwendungen vom Altai gegen Tomsk ,der Iablonoi und Stanowoi Chrabet gegen Nordosten; die nochsehr wenig gekannten Gebirgszüge, welche vom CeutralgebirgeHinterindiens südwärts durch die Halbinsel Malakka sich abzweigenu. a. m.
Völlig verschieden von diesen geselligen Stellungen zeigen sichdie ganz freistehenden Gebirgssysteme mit gleichartigen Sen-kungen zu Vertiefungen nach allen Seiten hin, mit vorherrschenddoppelter, oft doppelartiger Abdachung bis zu dem Fuß in derNiederung. So sind vorzugsweise die europäischen Gebirge ge-- staltet, wie Ural, Karpathen, Seandinavische Kette, Alpen , Ap-penninen und zum Theil noch die Pyrenäen . Sie haben keineeinseitige Stromcntwickelung, wie Himalaya und Cordillerenketten,und in jeder Hinsicht doppelten Naturreichthum und Naturman-nigfaltigkeit erhalten, wodurch die europäischen Systeme fiir ihregeringen Dimensionen vielfach eutschädigt sind. Ihre doppelseitigefreie Stellung ließ sie auf beiden Seiten Civilisation entwickeln,nach allen Seiten hin Flüsse entsenden, während vom Himalaya nur Südflüsse, von den Cordilleren nur Ostflüsse herabströmen.
Plateauland und Gebirgsland, so verschiedenartig in ihrenCharakteren und Physiognomien, bilden in ihren mannigfaltigstenBereicherungen und Uebergängen, in ihren einander oft durchdrin-genden Verhältnissen (die wir bisher nur ihres genauern Ver-ständnisses wegen gesondert betrachtet haben) die wahren Elementeder Hochlandsysteme aus. Ihre Verhältnisse sind unerschöpflichwie die Natur selbst. Nur anuäheruugsweise können wir nachund nach zu ihrer immer richtigern Anerkenntnis; gelangen, ohnesie jedoch vollständig erschöpfend begreifen zu können.
Verhältnisse der Plateausysteme.
Wie die Gebirgssysteme der Erde, so sind auch die Plateau-systeme der Erde nicht bloß nach Höhe uud Umfang und Areal,