Polare Niederungen.
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den Niederungen der Weichsel, der Weser, des Nils, des Ganges und andrer Strommündnngen.
Die größten und ausgedehntesten Niederungen nehmen wohlden sibirischen Norden von Asien , den canadischen und polarenNordeu Amerikas eiu. Viele Strecken auch tief landein, sind vonMeerwasser, das von hohen Flutheu stagnirend zurnckblieb, nocheingenommen. Hier liegen die schwer zugänglichen Sumpf- Mo-rast- und Sceboden des flachen Nordens. Aber auch unter demAequator sind sehr weite Niederungen ausgebreitet, wie in denlibyschen Wüsten der Sahara , obwohl diese auch öfter von niede-ren Plateaustrccken unterbrochen werden und kein so gleichförmigesTiefland sind wie man früher anzunehmeu geneigt war. Auchdie nordaustralischen Niederungen gehören hierher, und zumal dietief landeinwärts reichenden äqnatorischen des untern Amazoueu-stroms. Denn obwohl sie auch uoch im mittlern Lanfe desselbenbis zum Pougo de Mauseriche als wahre Ebenen mit kaummerklichem AbHange erscheinen, so liegt die dortige Ebene nachA. v. Humboldts Barometermessungen, wenige einzelne kleineHügel von Alpenkalkstein abgerechnet, in einer absoluten mittler»Höhe von 1050 —1200 Fuß. Diese mittlern Maranon-Ebenensind daher wahre Ebeneu, aber nicht zur Klasse des großen Nie-derlandes oder Tieflandes des untern Amazonas gehörig, undgegen das wirkliche Tiefland der Llanos von Caracas , die nochkeine 200 Fuß über dem Meere liegen, ein wenn schon nur nie-deres Hochland, das, so flach es auch aussieht, doch die Plateau-höhe des Waldai fehr übersteigt.
Dagegen sind fast alle Mündungsländer großer Stroinsy-steme wahre Tiefländer zu ueuuen, wie das Deltaland Aeghptensam Nil, Bengalen am Ganges uud Indus oder Sind (die nurdurch das niedere Plateanland zwischen Delhi (1000 Fuß) uudMultan geschieden sind,) Babylonien am untern Enphratsysteme;die Ostebene China's zwischen dem Gelben und Blauen Strom;
Ritter allgem. Erdkunde. 9