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Entstehung der Pontisch-Kaspischen Einsenkung,
viele Beobachtungen zu ihrer genauesten Kcuutuiß nothwendig. Indeß hat es doch nicht au vorläufigen Betrachtungen und Bemü-hungen gefehlt, sich über das Wesentliche dieser großartigen undaußerordentlichen Erscheinungen, weuu auch um hypothetisch, eini-gen Aufschluß zu verschaffen. Wir haben schon angedeutet, daßwir mit einem großen Gcsammtgesetze der plateauartigeu Ringer-hebuug und des Gesammtciuschießens der Binnenländer nach derTiefenseite der Erde zum Theil jeuc Gesammteinsenkung uns zuerklären vermögen.
Die Einfenkuug findet am Südende des Steilrandes des Kaspi-schen Sees gegcu das Persische Plateau ihreu tiefsten Einsturz undihr Ende. Dort erheben sich im Halbkreis die höchsten Gebirgs-und Plateauräudcr Mittelasiens. Im Westen der Kaukasus mitden bis 15000 uud 17000 Fuß hohen Niesengipfeln Kasbeg undElborus, mit dem Kratersee auf seinem mächtigen Gipfel und denvon Cascadcn erstarrter Lavaströme, die sich einst von seinemEruptionökegel herab stürzten, bedeckten Tiefen uud mächtigen pla-teauartigen Gewölben am weitesten Umfange. Di?se Gipfel be-weisen die einst örtlich hebende Kraft der vulkanischen Thätigkeitan dieser Stelle im Westen.
Im Süden erhebt sich über der armenischen Hochebene desAraxesplateaus in gleich geringem Abstände von der KaspischenEinsenkung das majestätische Plutonische Gewölbe des mächtigenArarat zn fast gleicher Höhe von 14,656 Fuß. Eine ganze Reiheähnlich hoher Eruptionskegel am Göktschai-See mit wilden Lava-strömen überschüttet, welche die weiten und riesigen Trachytdomein Hocharmenien überziehen, beweisen genug, daß auch hier ge-waltige Strecken der Erdrinde durch Feuerbildungen emporgeblähetwurden, und an mehrern Orten auch wieder in Calderas (kessel-artige Vertiefungen) und Barrancas (enge und tiefe Erdspalten)einstürzten.
Ueber dem tiefsten Schlunde des Kaspischen Sees, der in